Gehört und Gesehen - Gluttons For Punishment - Live in ´05

08.12.2006Spock´s Beard

Spock´s Beard

Gluttons For Punishment - Live in ´05

Inside Out / SPV (2005)

Im Frühjahr noch auf Tour, jetzt schon das Live-Album und ab Anfang Oktober dann wieder auf Tour: Spock´s Beard zählen zweifellos zu den präsentesten Bands des Jahres 2005. Die Aufnahmen der vorliegenden Live-Doppel-CD stammen von den jüngst absolvierten Deutschland-Konzerten im Colos Saal, Aschaffenburg und im Substage, Karlsruhe.

Die Setlist setzt sich aus Highlights der Ära mit Neal Morse und Stücken aus den letzten beiden Studioveröffentlichungen „Feel Euphoria“ und „Octane“ zusammen. Auf letzt genannten präsentierte sich Drummer Nick D´Virgilio bereits als Leadsänger.

Das Ergebnis ist eine korrekte Spock´s Beard – Platte, deren Veröffentlichung eher als geschickter taktischer Schachzug, denn als künstlerisch essenzieller Beitrag zu bewerten ist. Fans der Band bekommen im Tourneejahr trotzdem eine neue CD auf den Tisch, Besucher der Frühjahrskonzerte können sehr zeitnah in Erinnerungen schwelgen, gleichzeitig kann die Platte durchaus als Appetizer für die bevorstehenden Live-Daten im Oktober herhalten.

Für Fans der kalifornischen Prog-Rocker, die auch nach dem Weggang von Neal Morse noch zu den weltweit führenden Bands des Genres zählen, ist „Live in 2005 – Gluttons For Punishment“ eine okaye Ergänzung der Plattensammlung – eine Offenbarung ist der Output indes nicht. Man verpasst nichts Weltbewegendes wenn man das Album nicht hat. Obwohl Nick D´Virgilio auch schon früher in seiner Funktion als etatmäßiger Schlagzeuger von Spock´s Beard vereinzelt ans Mikro trat und sich dort auch als wirklich amtlicher (Lead-)Sänger präsentierte, kommt er in punkto Stimmpräsenz und Intensität nicht an Neal Morse heran, legt man das Live-Programm in seiner Gesamtheit zu Grunde. Morse hat hörbar eine Lücke bei Spock´s Beard hinterlassen, die auch Live nicht wirklich zu schließen ist.

Allerdings macht die Band ihre Sache dann wiederum auch so schlecht nicht. „At The End Of The Day“ (vom 2000er-Album „V“) und die wohl bislang schönste und intensivste Komposition der Post-Neal-Morse-Ära „Ghosts Of Autumn“ (von „Feel Euphoria“) bilden zwei herausragende Höhepunkte eines Live-Doppelalbums, das insgesamt im Bereich „guter Durchschnitt“ einzuordnen ist.

www.spocksbeard.com
www.insideout.de


Andreas Haug
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