Gehört und Gesehen - Lost Themes III: Alive After Death

19.02.2021John Carpenter

John Carpenter

Lost Themes III: Alive After Death

Cargo Records (2021, CD, LP, digital)

2015 hat der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Schauspieler und Filmmusikkomponist John Carpenter mit „Lost Themes“ zum ersten Mal ein Studioalbum veröffentlicht. Es enthielt ausschließlich Songs, die extra für das Album geschrieben wurden und in keinem Film zuhören waren. Nun ist sein drittes Studioalbum „Lost Themes III: Alive After Death“ auf dem Markt. Ebenso wie bei den Vorgänger, ist das Album eine Co-Produktion mit seinem Sohn Cody Carpenter und seinem Patensohn Daniel Davies.

Genau wie die beiden Alben zuvor, ist auch „Lost Themes III: Alive After Death“ ein reines Instrumentalalbum, das von Synthesizern dominiert wird. Ähnlich wie bei seinen Filmmusiken sollen auch die Songs des Albums eine Art Soundtrack sein. Mit dem Unterschied, dass die Bilder hier nur im Kopf entstehen. Durch den Zusatz im Albumtitel „Alive After Death“ haben John Carpenter und Co. bereits den Rahmen für mögliche Assoziationen abgesteckt. Die insgesamt zehn Songs entführen den Hörer in die Welt der Untoten.

Dementsprechend haben die Songs auch Namen, wie „Dead Walk“, „Vampire`s Touch“, „Cemetery“ oder „Skeleton“. Diese Titel sollen in Verbindung mit der Musik, im besten Fall die Phantasie der Hörer anregen. Den Anfang macht der Titeltrack „Alive After Death“.

Mit düsteren Pad-Sounds, die von einer hellen Melodie durchdrungen werden, sollen vor dem geistigen Auge also Untote erscheinen. Dies gelingt meines Erachtens aber nur zum Teil. Die Assoziationen mögen ja von Hörer zu Hörer unterschiedlich sein, aber persönlich finde ich den Gedanken schwierig mit Musik gewollte Bilder bei Musikfans hervorzurufen, da jeder Mensch andere gedankliche Verbindungen zu einer bestimmten Art von Sounds, Klängen und Melodien hat.

Daher sollte man sich, meiner Meinung nach, von dem Konzept der gelenkten Bilder verabschieden und, auch unabhängig von den Songtiteln, sich auf die Musik konzentrieren. Das soll keineswegs heißen, dass John Carpenter kein großartiger Filmmusikkomponist ist. Doch anders als bei diesem Album, waren bei seinen Soundtracks die Bilder, sowohl beim Komponisten, als auch Zuhörer bereits da.

Wenn man nun also nur die Musik an sich betrachtet ist „Lost Themes III: Alive After Death“ ein Album, das voller Referenzen an die 80er Jahre ist. Dies mag daran liegen, dass es das Jahrzehnt der Synthesizer schlechthin war. Ein weiterer Grund dürfte aber auch die Art sein, wie John Carpenter, Cody Carpenter und Daniel Davies diese einsetzen.

Ein wichtiges Element, das immer wieder vorkommt, sind die sogenannten Pad-Sounds, die im Hintergrund immer mitschwingen. Auch in den 80ern waren sie ein wichtiger Teil der Synthie-Pop Musik.

Generell kann man aber sagen, dass „Lost Themes III: Alive After Death“ ein kurzweiliges Album ist, das man gut hintereinander weghören kann. Einige Songs können dabei mehr überzeugen als andere. Bespiele für gute Songs sind unter anderem „Weeping Ghost“, „Cemetery“ und „The Dead Walk“, die weniger glatt und geschliffen klingen, wie zum Beispiel „Dripping Blood“, „Dead Eyes“ oder der Titeltrack „Alive After Death“

Wenn man einmal von dem Konzept der gewollten Assoziationen absieht, ist „Lost Themes III: Alive After Death“ ein gutes Album für Fans von Synthesizer-Musik und natürlich auch für Fans von John Carpenter.


Stephan Meßmann
(6 / 10 Pkt.)

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