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Gehört und Gesehen - Mr Experience

05.06.2020Donny Benét

Donny Benét

Mr Experience

Dot Dash (2020, CD, LP, digital)

Musik war dem australischen Künstler Donny Benét bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater Antonio Giacomelli Benét, der Akkordeon in verschiedenen Italo-Disco Formationen spielte, brachte ihm schon früh sein Instrument näher und lehrte ihn auch das Spielen des elektrischen Bass. Heute noch kann man die Vorliebe für diese Art von Instrumenten in Donny Benéts Musik erkennen, auch wenn das Akkordeon seinen zahlreichen Synthesizern weichen musste. Mit „Mr Experience” hat er nun sein fünftes Studioalbum auf den Markt gebracht.

Das Album startet gleich mit dem Titeltrack. Der 80er Jahre Disco-Song hat alles, was zu jener Zeit modern war. Dazu gehören einfache Pattern aus einem Drumcomputer, Synthesizerklänge und ein hervorstechender Bass. Alles in allem ist „Mr Experience” also ein Song, zu dem man auch damals hätte die Hüften kreisen lassen können.

Das beschriebene Setting der Instrumente zieht sich als roter Faden durch die gesamte Platte und macht auch ihren Charme aus. Die generelle Qualität der Songs ist aber unterschiedlich. Es gibt sowohl Titel, die unbemerkt an einem vorbeiziehen, als auch jene Songs, die für lange Zeit im Ohr bleiben.

Zu der letzteren Kategorie zählt auf jeden Fall „Second Dinner“. Daher war es auch ein kluger Schachzug ihn schon als Vorabsingle zu veröffentlichen. Der Song besticht vor allem durch die Hook „I just like second dinner, oh yeah, second time is always the winner, oh yeah“. Und auch das Thema generell ist mindestens zum Schmunzeln, wenn nicht gar zum Lachen. Er singt davon, dass ab einem gewissen Alter, der Schlaf und vor allem das Essen wichtiger sind als Sex.

Ein weiterer Titel, der sofort im Gedächtnis bleibt ist „Girl of My Dreams“. Er startet mit Synthesizer-Akkorden, einem elektrischen Drumbeat und der Refrain-Melodie, die von ihm ins Mikrophon gepfiffen wird. Wenn Donny Benét hier von dem Mädchen seiner Träume sind hat dies auch immer etwas Kitschiges, was meiner Meinung nach den gewissen Charme ausmacht.

Als zusätzliches Highlight könnte man eventuell noch „You Don`t Need Love“ nennen, da der Song eine andere Seite von Donny Benét zeigt. Im Gegensatz zu den anderen Titeln auf dem Album, kommt dieser etwas düsterer daher und erinnert eher an die allgemeine Stimmung der Songs von Depeche Mode oder OMD.

Wenn man Interesse am Synthie-Pop der 80er Jahre und mit ein bisschen Kitsch und Humor klarkommt, kann man sich das Album „Mr Experience” von Donny Benét gut anhören. Auch wenn manche der Songs nicht so stark sind wie andere, ist es generell hörenswert.


Stephan Meßmann
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.donnybenet.com
www.facebook.com/donnybenet
www.donnybenet.bandcamp.com
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