Anzeige:

Gehört und Gesehen - Tschambes Time

24.04.2020Brazzo Brazzone

Brazzo Brazzone

Tschambes Time

Highnoon Sounds (2020, CD, digital)

Nun heißt es wieder einmal sich locker zu machen, denn Brazzo Brazzone haben mit „Tschambes Time“ ein neues Album draußen und das ist nichts für mäßig-gelaunte oder melancholische Zeitgenossen, es sei denn, man setzt die Musik als Sofort-Therapie für eine bessere Stimmung ein. Die in Hannover und der Region sehr populäre Brass-Band ist in dieser Form einzigartig und pflegt auf sympathische Weise einen Spleen. Es geht gelöst und auch spaßig zu wenn die Band, die man –je nach eigener Lust und Laune- in Palermo oder Hannover verorten kann, auf diesem Album ihren oft feurigen Mix aus Rock, Jazz, Funk und Balkan-Beats spielt.

Brazzo Brazzone oder auch Brazzo Brazzone & The World Brass Ensemble ist nicht nur vielseitig, sondern auch sehr flexibel. Musikalisch, wie von der Außendarstellung. Man findet zwei unterschiedliche Websites im Netz, die die Band auch beide offiziell angibt und mal hören wir die „Weltweit einzige Italo-World-Groove-Brass-Band“, dann „World Music Infernale“. Beides dürfte zutreffend sein.

Mal präsentiert man sich als 5-Mann-Besetzung mit drei Trompeten, einer Posaune und einem Sousaphon, auf dem aktuellen Album sind dann aber auch knackige Schlagzeug-und Perkussion-Grooves zu hören und auf Facebook besteht das Line-Up aus wiederum sechs Musikern. Allesamt hören die Herren auf den Namen Brazzone. Der interessierte Hörer und die interessierte Hörerin bekommen auf vielen Ebenen viele und viele unterschiedliche Eindrücke von der sympathisch-verrückten Kombo.

Die Vielseitigkeit und diese locker-lässige, vor allem unbekümmerte Leichtigkeit mit der die Band auftritt, kommen auch auf dem neuen Album „Tschambes Time“ zur Entfaltung. Fenster auf, frische Luft und Sonne rein und dann geht es erstmal mit Polka-Beats los. Später mal eine Spur Rock, Jazz, Funk oder leichte Zutaten aus der Latin-Sammlung.

Mit Brazzo Brazzone und „Tschambes Time“ gibt es keine Phasen des Durchhängens und Langeweile stellt sich ebenfalls nicht ein. Munteres Gebläse und Gegroove, ideale Musik für Festivals und andere fröhliche wie ungezwungene Freiluftzusammenkünfte, wie sie in diesem Sommer auf ganzer Linie wegen eines fiesen Virus nicht stattfinden können.

Was also tun? Am besten die Boxen auf den heimischen Balkon oder in den Garten und „Tschambes Time“ starten. Den Rest der Party übernimmt die eigene Fantasie. Wer dieses Album bei der Arbeit am Schreibtisch laufen hat, braucht sich wegen eines plötzlich einsetzenden Kopfnickens oder Beinzuckens keine ernsthaften Sorgen zu machen. Das sind zwei der typischen und völlig ungefährlichen Nebenwirkungen der Musik dieses Albums. Es ist also alles in Ordnung.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.brazzo-brazzone.de
www.brazzo-brass.de
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite