Gehört und Gesehen - KFX

02.03.2020Kasimir Effekt

Kasimir Effekt

KFX

quadratisch rekords (2020, CD)

Seit 2015 ist die hannoversche Band Kasimir Effekt um Julius Martinek, Johannes Keller und Tobias Decker aktiv und sorgte mit ihren Live-Auftritten für meist sehr positives Aufmerksamkeit. Die Besetzung ist speziell: Kontrabass, Schlagzeug und Fender Rhodes Piano und dazu elektronische Beats und Effekte für die besondere Atmosphäre. Eintauchen, chillen, tanzen oder voll uns ganz abgehen – Kasimir Effekt halten eine breite Palette an musikalischen Anreizen bereit. Nach ihrer EP-Veröffentlichung im Jahr 2017 liegt nun das Debütalbum „KFX“ vor.

Eines gleich vorweg: Wer sonst auf übliche Pop-oder Rock-Songstrukturen mit eingängigen Melodien im Dreiminutenformat steht, darf bei Kasimir Effekt gleich mal komplett umdenken. Das Trio ist instrumental unterwegs, bedient sich stilistisch im Jazz, Jazz-Funk, Pop, im Elektro-Bereich und auf dem EBM-Sektor. Elemente aus diesen Stilen werden so geschickt miteinander verbunden, verwoben und vermischt, dass eine –gefühlt- eigene Musikfarbe entsteht.

Der organisch-synthetische Crossover, der sich durch die neun Songs dieses Albums zieht, hat es in sich, geleitet die Hörerin und den Hörer in einen besonderen Kosmos, wo man sich völlig frei entfalten kann. Je nach Stimmungslage gibt es von Kasimir Effekt den Soundtrack für das Ende eines besonderen Tages, der langsam in die Dämmerung übergeht. Vereinzelte düstere Schatten breiten sich aus, bis auf dem Höhepunkt einer langen Nacht viele Strobo-Blitze für gleißend helle Sekunden sorgen und schließlich von sanfter Morgenröte abgelöst werden.

Man kann sich treiben lassen, träumen, dezent oder hemmungslos tanzen. Ganz für sich allein oder mit vielen anderen. Das Album bietet sämtliche Möglichkeiten und lässt dabei Raum für die eigene Fantasie, die die Musik sogar noch beflügelt.

Künstlerisch und handwerklich hervorragend abgestimmt, technisch gut produziert offeriert „KFX“ auf individuelle Weise viele Chancen, sich mit einem inneren Lächeln komplett aus dem Alltag auszublenden oder gar voller Enthusiasmus daraus wegzuschießen um dann wie ein Astronaut in einer Umlaufbahn eines friedvollen Planeten zu kreisen. Nur die dunkle Seite des Mondes, die lernt man nicht kennen. Die erkundeten einst Pink Floyd.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.kasimireffekt.de
www.facebook.com/kasimireffekt
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