Gehört und Gesehen - Walk The Sky

23.10.2019Alter Bridge

Alter Bridge

Walk The Sky

Napalm Records (2019, CD)

Seit 15 Jahren sind Alter Bridge bereits aktiv und legen mit „Walk The Sky“ in diesem Herbst ihr sechstes Studioalbum vor. Mit den 14 Songs pflegen sie ihren melodischen, modernen Alternative-Hardrock mit Metal-und Progressive-Einschlägen auf ziemlich motiviert wirkende Weise. Musik, die groß, wuchtig, zeitweise bombastisch aufgezogen ist, ausgerichtet, diese in großen Hallen und Arenen mit ganzer Kraft ins Publikum zu drücken.

Um mit ihren Songs auf den Punkt zu kommen benötigt die Band um Sänger Myles Kennedy und Gitarrist Mark Tremonti im Schnitt zwischen vier und fünf Minuten und lässt bei manchen Tracks ein Feuerwerk brennen. Obwohl schon so lange im Geschäft, in der internationalen Rockszene felsenfest etabliert und populär, haben sich Alter Bridge mit „Walk The Sky“ nicht in irgendeine Komfortzone zurückgezogen, aus der sie heraus routiniert abliefern. Natürlich wissen auch Kennedy, Tremonti & Co. wie der Hase läuft, was bei Alter Bridge funktioniert, aber die Songs wirken keinesfalls berechnend und auf Gefälligkeit konstruiert.

Die Band klingt oft roh und ungeschliffen, lässt Ecken und Kanten stehen, arrangiert zeitweise recht anspruchsvoll. Dabei lässt Gitarrist Mark Tremonti zuweilen ungeheuer biestige Gitarrenriffs vom Stapel, wie etwa in „Native Song“. Auch mit den harten, wilden Riffs in den Strophen von „Take The Crown“ und dem Gitarrensolo beweist Tremonti Leidenschaft, Spielfreude und Ausdrucksstärke mit einem gewissen Hang zum angenehm Extremen. Die anderen Musiker stehen dem in nichts nach. Das dieser Song in einem melodischen, ausbreitenden Refrain aufgeht, ist beinahe exemplarisch für Alter Bridge und einige Tracks dieses Albums.

Es gibt einige große Melodien auf „Walk The Sky“. „The Bitter End“ oder „Godspeed“ können hier als Beispiel dienen. Letzteres kommt phasenweise gar wie eine Stadion-/Arena-Hymne daher. Dabei ist dieser, wie auch andere Songs des Albums, produktionstechnisch oft sehr offensichtlich auf Wucht und Größe aufgemotzt.

Hier und da haben die Macher etwas sehr großzügig Hand angelegt, wer es aber voluminös, fett und bissig mag, ab und zu auch mal die volle Breitseite Alternative-Hardrock-Metal mit Brüchen und eingängigen Melodien braucht, ist mit dieser Band und ihrem neuen Album sehr gut bedient.

Stark, verlässlich, leidenschaftlich und noch mit einigen Hummeln im Hintern – so wirken Alter Bridge mit ihrer neuen Platte. Empfehlenswert.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.alterbridge.com

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