Gehört und Gesehen - 40

19.06.2019Stray Cats

Stray Cats

40

Surfdog Records (2019, CD)

Die Rockabilly-Welt bekommt neues Futter. Die bereits 1979 auf Long Island gegründeten Stray Cats, veröffentlichen ihr mittlerweile 14. Album. Ihrem Stil bleiben sie, zum Glück für alle Fans, weitestgehend treu. Die Neo-Rockabilly-Band, die 1980 ihren Wirkungskreis aus den USA nach Großbritannien verlegt hat, gehört nicht erst seit gestern zu den wahren Größen der Rockabilly-Szene und „40“ ist das erste gemeinsame Studioalbum der Gründungsmitglieder seit 26 Jahren.

Brian Setzer, Lee Rocker und Slim Jim Phantom sind allesamt längst keine Unbekannten mehr. So arbeiteten sie zur Produktion des aktuellen Albums, das schlicht auf den Namen „40“ hört, auch mit einem Produzenten zusammen, der seinerseits so einiges an Referenzen vorzuweisen hat. Peter Collins hat bereits mit Künstlern wie Rush, Bon Jovi und The Brian Setzer Orchester gearbeitet und brachte den Stray Cats-Sound auf ein neues Level.

„Ihr müsst verstehen, wie einzigartig die Stray Cats sind. Ich spiele eine alte Hollowbody-Gitarre, Slim Jim sitzt am Schlagzeug und Lee Rocker am Kontrabass. Ich hatte neue Songs geschrieben und irgendwie haben wir mit dieser einfachen Idee einen neuen, spannenden Sound erschaffen“, erklärt Sänger und Gitarrist Brian Setzer.

Die zwölf Songs des Albums knüpfen trotz jahrelanger Schaffenspause an alte Erfolge wie „Runaway Boys“, „Rock This Town“ oder „I Won´t Stay In Your Way“ an. Kaum eine andere Formation bringt das 50er-Jahre Flair so authentisch rüber wie die Stray Cats. Songs wie „Cry Danger“ oder „That´s Messed Up“ könnten ohne weiteres von John Travolta und Uma Thurman getanzt werden, um hier wenigstens ein Klischee bedient zu haben. Auch an „Desperado“ würde Quentin Tarantino seine wahre Freude haben.

Andere Stücke wie „Mean Pickin´Mama“, „I´ll Be Looking Out For You“ oder der Opener „Cat Fight (Over a Dog like me)“ gehen klar nach vorne und sind eine Ansage an jedes geneigte Tanzbein, das sich im Retro-Charme der 50er und 60er Jahre wohlfühlt. „Wir waren sehr, sehr fokussiert, als wir ins Studio gingen. Es fühlte sich an, als wäre seit unserem letzten Album kaum Zeit vergangen“, so Drummer Slim Jim. „Die Moderne trifft auf das Traditionelle, das hat uns schon immer inspiriert“, erklärt er weiter.

Alles in allem, ist „40“ eine schöne Platte für laue Sommernächte, in denen man vor´m Drive-In steht und Burnouts mit dem Chevy dreht, während Petticoats im Takt schwingen. Ein lebendiges Werk zum 40. Bandjubiläum, das der langjährigen Geschichte der Band mehr als gerecht wird.


Heiko Mohr
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.stray-cats.de

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Stray Cats - Live At Rockpalast (2015)
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