Gehört und Gesehen - BÄMS!

12.04.2019Flo Mega

Flo Mega

BÄMS!

Styleheads Music (2019, CD)

Acht Jahre ist es her, dass Flo Mega mit dem Song „Zurück“ aus seinem damaligen Debut Album „Die wirklich wahren Dinge“ beim Bundesvision Songcontest den zweiten Platz erreichte. In diesen Tagen stellt der Bremer Funk- und Soulmusiker mit „BÄMS!“ nun sein mittlerweile drittes Studioalbum vor, an dem bekannte Produzenten wie Jugglerz, Farhot oder Droopy mitgearbeitet haben.

Mit dem Titeltrack direkt am Anfang der Platte ist man sofort im Thema. „BÄM, da isser!“ Allerdings ist er nicht alleine, sondern kommt mit Unterstützung von Gastkünstlern wie Chefboss, Das Bo und Kwam E., die allesamt keine Unbekannten im Hip Hop Bereich sind. So ist der Beat auch angenehm kraftvoll und groovig.

Schöne Balladen wie „1001 Stadt“, mit einem Gastauftritt von Wanja Janewa oder das bereits vorab veröffentlichte „Ferddich“, kommen in gewohntem Flo Mega Sound daher. Es fällt allerdings schnell auf, dass der Gesamtsound nicht mehr so organisch klingt, wie noch auf „Die wirklich wahren Dinge“. Die meisten Songs sind elektronisch produziert, bieten nicht mehr die Dynamik einer echten Soulband, sind aber trotz dessen qualitativ nicht weniger gut.

In der Mitte des Longplayers macht der Song „F.U.N.K.“ seinem Namen alle Ehre. Denn zur Verstärkung hat Flo sich keine Geringeren als Die Fantastischen Vier mit ins Boot geholt. Das ganze Album ist sowohl schön groovig als auch frisch und zeitgerecht verpackt.

„Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke“, sprach einst ein schlauer Herr Mega. Dass dieser seit Beginn seiner Karriere einen weiten Weg gegangen ist, wird in seiner musikalischen Entwicklung sowie dem Songwriting klar und mit seinen Texten kann sich wohl jeder irgendwie identifizieren. Hinfallen und wieder aufstehen, der Sinn des Lebens, Liebe und Trennung oder auch mal Alltägliches, wie der Iskender Teller beim Dönermann an der Ecke sind Themen des Funk und Soulsängers, der jahrelang mit den Ruffcats als Begleitband arbeitete und tourte.

Auf seinem dritten Studioalbum wird einmal mehr klar, dass Flo Mega den Funk gefressen hat. Alles in allem, ist die neue Platte aber eher Richtung Mainstream gerichtet und weniger klassisch funk- und soul-lastig. Klar wird das mit Songs wie dem electro-artigen „Limbus Infernal“ oder „Niemand ist wie du“ mit Autotune-Vocals. Letzteres ein Trend, an dem man scheinbar aktuell nicht mehr vorbei kommt.


Heiko Mohr
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.flomega.de
www.facebook.com/MrFloMega
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