Gehört und Gesehen - Red - Phantom Delusive

15.03.2019The Black Court

The Black Court

Red - Phantom Delusive

Eigenvertrieb (2019, CD)

Anfang März haben die fünf Hannoveraner von The Black Court den Nachfolger ihrer 2013 erschienen EP „Grey - The Colors of Fire and Pain“ veröffentlicht. „Red - Phantom Delusive“ heißt das neue Werk und wurde von der 2011 gegründeten Melodic Death Metal Band selbst veröffentlicht. Gemischt und gemastert wurde es von Florentin Adolf bei Time Tools in Hannovers Nordstadt. Auch die Drums wurden dort recorded. Gitarren, Bass und Gesang wurden in Eigenarbeit aufgezeichnet. Das Artwork von Jonas Werner gibt der Platte den letzten Schliff und verleiht ihr ein passendes Gesicht.

Vor kurzem hatte die Band bereits erklärt, dass auf „Red - Phantom Delusive“ Stücke aus verschiedenen Phasen der bisherigen Karriere enthalten sind. Dass sie ihrem Stil aber treu bleiben, wird dem Hörer schnell bewusst, denn bereits der Opener des Acht-Trackers macht klar, wohin die Reise geht. Mit ihrer Mischung aus klassischem Death- und modernem Melodic-Death-Metal weiß die Band zu überzeugen.

Treibend und kompromisslos, aber stellenweise auch angenehm groovig kommt das Debütalbum daher. Die Gitarrenarbeit von Sebastian und Alex liefert Ohrwürmer und verursacht beim geneigten Headbangen Nackenschmerzen. Das spielerische Repertoire von Drummer Philipp deckt alles von der Bay Area Polka, über Moshparts, bis hin zum modernen Blast Beat ab und auch Sänger Oskar weiß genau, wo er seine Growls und Screams platzieren muss.

Das Album läuft von vorne bis hinten durch, ohne langweilig oder banal zu klingen. Eine Ausnahme im Songablauf und zugleich einen kreativen Höhepunkt des Albums markiert „The Maze“. Wer sich durch das verspielte Arrangement und die vielen verschiedenen Parts des Songs gehört hat, erlebt etwas Episches. Als besondere Würze ist hier natürlich der Gastauftritt der hannoverischen Sängerin Britta Görtz (Cripper / Critical Mess) zu nennen, die sich mit Sänger Oskar während der Gesangsparts abwechselt.

Wer sich einen Eindruck über die Band und ihre Mitglieder verschaffen will, der schaut sich das Video zu „Distrust“ an. Das Video stellt zudem eine kleine Tourdoku dar und zeigt dem Zuschauer, dass die Band offensichtlich eine Menge Spaß zusammen hat.

Das Album ist technisch und musikalisch ganz weit oben. Auf der Melodic Death Metal Landkarte ist Hannover mit The Black Court nun ganz klar verstärkt vertreten. Vergleiche mit anderen Kollegen aus dem Genre wie etwa At the Gates oder Soilwork braucht die Band, dank ihres ganz eigenen Sounds, nicht zu scheuen. Dass es sich überhaupt um eine deutsche Band handelt, hört man bisweilen nur an den gesprochenen Textparts, die hin und wieder unterlegt wurden.


Heiko Mohr
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.theblackcourt.de
www.facebook.com/TheBlackCourt

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
The Black Court - Gray – The Colors Of Fire And Pain (2015)
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