Gehört und Gesehen - Wildflowers

22.02.2019Chiefland

Chiefland

Wildflowers

Uncle M Music/ Cargo Records (2019, CD, Digital)

Die Göttinger Post-Hardcore-Band Chiefland bewegen sich seit 2015 in der Musikszene und spielte seitdem über sechzig Shows, unter anderem auch als Support-Act für Szenegrößen wie Being As An Ocean, Canvas und No Omega. Neben den harten Gitarren sind für die vier Mitglieder Achim, Christian, Corwin und Niklas auch ihre Texte von enormer Bedeutung. Sie handeln von „schier unbändigen Gefühlen täglicher Routinen, Verlusten und ehrlicher Selbstreflexion“, wie sie auf ihrer Facebook-Seite hervorheben. Ein Thema rückt dabei immer wieder in den Vordergrund, der Naturschutz.

Denn auch abseits der Musik setzten sich Chiefland für die Natur ein. Ihr liebstes Projekt ist dabei die Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“, die sie sowohl finanziell, als auch durch Aufräumaktionen unterstützen. So ist es auch kein Wunder, das die Natur auf ihrem Debütalbum „Wildflowers” eine große Rolle spielt.

Die Aufnahmen zu „Wildflowers“ begannen bereits im Spätsommer 2016. Laut der offiziellen Pressemitteilung feilte die Band immer wieder an ihrem Sound und an den Texten, bis sie schließlich Anfang Februar diesen Jahre ihre CD auf den Markt brachten. Die insgesamt zwölf Titel starten mit dem, für ihre Verhältnisse, ruhigen Song „Moving Parts/Fever Dream“.

Der kurze Track beginnt mit sanften Gitarren-Arpeggios, die vom Sänger mit gesprochenem Text begleitet werden. Im Verlauf des Songs werden die Gitarren härter und der Sänger setzt, die für das Genre typischen, Screamings und Shoutings ein. „Moving Parts/Fever Dream“ geht nahtlos in den zweiten Song über, der um einiges härter daherkommt.

„Northbound“ ist ein typischer Vertreter des Post-Hardcore, der sofort hart losgeht und wie ein Sturm aus Gitarren und Screamings an einem vorbei zieht. Thematisch soll der Song eine Aufforderung sein die Welt positiv zu verändern, wie die Zeile: „Mark your own mark on the world, edge it into stone“. Leider bleibt der Text aber an vielen Stellen unverständlich.

Ein weiterer Song, der sich inhaltlich klar mit der Schönheit der Natur befasst, ist „Indian Summer“. Dies wird vor allem durch die Passage „With the last sunlight my body cries for winter, but my mind longs for autumn“ deutlich, die von allen Bandmitgliedern am Anfang des Songs gesungen wird. „Indian Summer“ zählt zu den melodischen Titeln des Albums.

Gleiches gilt auch für meine beiden persönlichen Highlight „Untied“ und „Cathedrals“. Die Songs arbeiten die dynamische Kontraste, sowie den Wechsel aus melodischen und harten Passagen am besten heraus und sind damit am schönsten zu hören.

Mit „Wildflowers” ist der Göttinger Band Chiefland ein Debütalbum gelungen, das den Fans von Post-Hardcore gefallen wird. Dennoch fehlt mir persönlich ein wenig die Abwechslung zwischen den einzelnen Songs und die Kontraste zwischen melodiösem Anteil und harten Passagen könnte etwas ausgefeilter sein. Da ich mir aber vorstellen kann, das Fans des Genres hier völlig auf ihre Kosten werden, möchte ich trotzdem acht von zehn Punkten vergeben.


Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.cargo-records.de
www.facebook.com/chiefland.music
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