Gehört und Gesehen - II

14.09.2018Go March

Go March

II

Yokozuna Records (2018, CD, LP, Digital)

Das belgische Trio Go March macht seit 2015 instrumentale Musik, die ihre Inspiration aus Bands wie Kraftwerk, Battles und Mogwai zieht. Gleich mit ihrem ersten Album haben Philipp Weies (Gitarre), Hans De Prins (Synthesizers) und Antoni Foscez (Schlagzeug) in der Elektronic-Szene für Aufsehen gesorgt und bekamen bei den Red Bull Elektropedia Awards die Auszeichnung als besonders vielversprechende Band. Jetzt liegt ihr zweites Album vor, das den Titel „II“ trägt.

Gleich der erste Track mit dem Titel „Chop Chop“ zeigt an wo die musikalische Reise hingehen soll. Er ist eine Mischung aus verzerrten Synthesizerklängen, einem dominanten Schlagzeug und Gitarren, die sich teilweise schwer von den restlichen elektronischen Sounds trennen lässt. Ein weiteres Merkmal des über neun Minutenlangen Stücks, ist die Wiederholung von einzelnen Soundblöcken. Diese Technik kennt man sonst auch aus der Minimal Music.

Der zweite Titel „Leopolderson“ orientiert sich etwas stärker am Mainstream, ist aber dennoch kein radiotauglicher Track. Hier stehen die Sounds eines modularen Synthesizers im Vordergrund. Ebenso wie beim ersten Titel gibt es repetitive Elemente. Unterstützt werden die Klänge des Synthesizers durch Gitarre und Schlagzeug, die sich diesmal aber eher im Hintergrund befinden. Insgesamt geht der Song schnell ins Ohr und bleibt dort auch.

Ein weiter Track ist „Meristem“, der die bereits angesprochenen Einflüsse von Kraftwerk erkennen lässt. Vom Gefühl her erinnert er ein bisschen an den Song „Die Roboter“. Anders klingt wiederum der Titel „Downside Up“. Klanglich ist er einem Rocksong nicht unähnlich. Die kurzen musikalischen Einheiten könnten auch bei Van Halen oder anderen Hardrock Bands mit Synthesizern ihren Einsatz finden. Sie werden jedoch nicht weiterentwickelt und bleiben daher wiedereinmal abseits vom Mainstream.

Insgesamt handelt es sich bei den acht Track des Albums „II“ , der belgischen Band Go March um ein innovatives Electronic Album, das sich abseits vom Mainstream befindet, aber viele Musikliebhaber ansprechen könnte, die dazu bereit sind sich auf kleine musikalische Experimente einzulassen.


Stephan Meßmann
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.gomarch.com
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