Gehört und Gesehen - Brot und Spiele

23.08.2018Saltatio Mortis

Saltatio Mortis

Brot und Spiele

Napalm Records (2018, 2CD)

Schon seit ihrer Bandgründung im Jahr 2000 nimmt die deutsche Band Saltatio Mortis kein Blatt vor den Mund. Mit unmissverständlichen Texten und tanzbarer Musik kombiniert die achtköpfige Band die Wirkungskräfte von Musik, um ihre Ansichten zu aktuellen, auch politischen Weltgeschehnissen zu transportieren. Nun veröffentlichten sie mit „Brot und Spiele“ nicht nur ihr zwölftes Album, sondern lieferten Fans, die sich fiebernd die Finger leckten, neue Songs, die nun die Sehnsucht nach dem Live-Erlebnis geweckt haben dürften.

Man fühlt sich an die Mitfahrt in einem Rennwagen erinnert, wenn der erste Song „Ein Stück Unsterblichkeit“ noch eher vorbereitend anfährt und der folgende Song mit durchgetretener Kupplung den nächsten Gang erfasst. Anschnallen ist angesagt – und zuhören. Denn in typischer Saltatio Mortis-Manier geht mit jedem Song auch ein Thema aus dem Leben einher. Politik und Familie sind der Kern, über den Frontmann Alea der Bescheidene singt. Bei „Spur des Lebens“ tut er das zusammen mit Die Happy-Frontfrau Marta Jandová.

Im Kern bleibt Saltatio Mortis seinem mittelalterlichen Wurzeln treu. Mit „Heimdall“ oder „Drachentanz“schafft die Band den Spagat zwischen gestern und heute. Aber auch Augenzwinkerndes, das bei Live-Shows als Trinklied gehandelt werden dürfte ist zu finden. „Wo ist meine Hose und wie konnte das passier’n?“ wird so manchem eine allzu bekannte Frage an sich selbst sein, wenn man „Nie wieder Alkohol“ laut mitsingt.

Besonders auf der ersten CD erinnert der Ton, den die Musiker hier anschlagen an Bands wie Die Toten Hosen. Ohne Blatt vor dem Mund fallen Wörter, die anscheinend fallen mussten. Was stört wird nicht verschont und was gut tut, das wird umso mehr gefeiert.

Insgesamt liefert Saltatio Mortis in der Deluxe Edition ihres neuen Albums 13 Tracks und ebenso viele Zusatzsongs auf „Panem et Circenses – Ad Fontes“, die ein überlanges Hörerlebnis schaffen. Mal melancholisch-nachdenklich, mal das Leben feiernd knüpft die Band mit „Brot und Spiele“ an ihre bisherige Geschichte an, macht aber auch neue Schritte.


Sabrina Kleinertz
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.saltatio-mortis.com

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Saltatio Mortis - Zirkus Zeitgeist (2015)
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