Gehört und Gesehen - Saison 8

28.04.2018Lazuli

Lazuli

Saison 8

L`Abeille Rôde (2018, CD)

Die Musik von der französischen Band Lazuli in eine Schublade zu packen fällt schwer. Möchte man allerdings eine grobe Einschätzung vornehmen, könnte man sie wohl als Progressive Rock bezeichnen. Gegründet haben Lazuli sich 1998 in Südfrankreich. Anfangs mit nur mäßigem Erfolg belohnt, hat sich das Quintett eine immer größere Fanbase erspielt und wurde auch häufiger von den Kritikern gelobt. Ein Highlight ihrer bisherigen Karriere war der Auftritt beim „Montreux Jazz Festival“ im Jahr 2005 bei dem sie eine Auszeichnung für ihren Song „Under The Sky“ bekamen. Vor kurzem haben Lazuli ihr achtes Studioalbum „Saison 8“, unter Mithilfe der hannoverschen Booking und Promotion Agentur Sub SoundS, in Deutschland veröffentlicht.

Um die Musik von Lazuli besser einordnen zu können hilft ein Blick auf die Besetzung der Band. Sie besteht aus Dominique Leonetti (Gesang & Gitarre), Gédéric Byar (Gitarre), Romain Thorel (Keyboard & Französisches Horn) und Vincent Barnavol (Schlagzeug, Marimbafon & Perkussionsinstrumente). Doch das mit Abstand außergewöhnlichste und damit interessanteste Instrument der Formation ist die Léode, erfunden und gespielt von Claude Leonetti.

Leonetti war ein leidenschaftlicher Gitarrist, bis er 1986 einen Motorradunfall hatte. Da sein linker Arm seitdem nicht mehr vollständig einsatzfähig ist, musste er seine geliebte Gitarre aufgeben. Zunächst widmete sich Leontti der elektronischen Musik zu und bastelte Sounds am Computer. Aber mit der Zeit begann er das spielen der Gitarre immer mehr zu vermissen und kam so auf die Idee eines Instruments, das eine Mischung Synthesizer und Gitarre sein sollte. Die Léode war geboren und ist seit 1995 stets im Einsatz, auch auf Lazulis neustem Album „Saison 8“.

„Saison 8“ enthält insgesamt acht Titel, die jeweils eine Episode aus dem Leben der Band beschreiben sollen. Den Start macht „J`attends un printemps“, das passend zum Konzept ihrer Platte wie Filmmusik daher kommt und vom Keyboard dominiert wird. Eine ganz andere Richtung nimmt hingegen „Mes amis, mes frères“. Der Song ist gitarrenlastiger und erzeugt eine Stimmung, die an einen mittelalterlichen Tanz erinnert. „Les côtes“ hingegen ist ein elektronisches Werk, das träumerisch und ein bisschen düster wirkt.

Eher am Mainstream orientiert sich „Chronique canine“. In dem rockigen Lied wird die Léode als besonderer Tupfer eingesetzt. Ähnlich ist es auch bei „De deux choses lune“. Die Mischung aus Rock und elektronischer Musik hört sich ein bisschen wie ein Song von Muse an.

Insgesamt ist das Album „Saison 8“ eine bunte Mischung aus verschiedenen Musikgenres. Dennoch ist die Platte kein Wirrwarr oder nur eine Aneinanderreihung von Songs, sondern folgt einem klaren Soundkonzept. Lazuli haben es geschafft, ihren ganz eigenen Mix zu kreieren, den man als ihr Markenzeichen bezeichnen kann. Wer offen für eine solche Mischung ist und gerne französische Texte mag, der kann sich Lazuli gut anhören.

Stephan Meßmann



(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.lazuli-music.com
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite