Gehört und Gesehen - Off To War

23.11.2017Volter

Volter

Off To War

Calygram (2017, CD)

Volter stehen für geradlinigen, harten und lauten Kick-Ass-Rock´n´Roll der sehr nah an den Stil von Motörhead angelehnt ist. In der Hannover-Szene weiß man das und hier erspielte sich das Trio um Drummer Anton Herrmann, Gitarrist Hurricane Hardy und Bassist und Sänger Gregor Musiol einen guten Namen als kraftvolle, verlässliche Live-Band. Jetzt liegt das erste Studio Album von Volter vor.

Auf der Bühne klingt eine Band nicht selten anders als im Studio. Dort, wo es besonders wichtig erscheint, die von Konzerten gewohnte Energie, den druckvollen Sound auf Tonträger zu bannen, wird es für manche Acts schwierig. Nicht so für Volter, die auf ihrem zehn Songs umfassenden Debütalbum ähnlich losbrettern, wie man es bislang aus Clubs und von Open-Air-Festivals gewohnt war.

Möglicherweise noch ein Stückweit lauter, härter, brillanter und kompromissloser ziehen sie ihren temporeichen Rock´n´Roll à la Motörhead durch das Album. Es kratzt, es beißt, es scheppert, es drückt – purer Gitarren-Rock´n´Roll, schmutzig, gurgelnd mit kernigen Riffs und spitzen Soli.

Für die Aufnahmen und die Produktion haben sich Volter auch einige namhafte, wie erfahrene Helfer ins Boot geholt, denen man, wenn es um das Thema Rock, Metal und Artverwandtes geht wohl blind vertrauen kann. Sänger Carsten Frank, den man in der hannoverschen Rockszene von einigen Bands kennt (u.a.Athorn) nahm Gesänge auf und steuerte Shouts bei, Achim Dreßler erledigte die Gitarenaufnahmen, Hannes Huke zeichnet für die Bassaufnahmen und den Mix verantwortlich, Willi Dammeier für das Mastering.

Auf dieser Platte spielen Volter ihren Motörhead-Rock´n´Roll wie an der Schnur gezogen herunter, dass Sänger Gregor Musiol dabei recht nah an den heiser-fauchig-gurgelnden Gesangsstil der vor zwei Jahren verstorbenen Ikone Lemmy Kilmister nah herankommt, ist da nicht vom Nachteil.

Insgesamt kann man die Band und das Album von zwei Seiten aus betrachten. Einerseits wirkt die Musik nicht besonders originell oder gar innovativ, Abwechslung gibt es so gut wie keine, das Repertoire ist doch ziemlich einseitig aufgestellt. Das kann auf die Dauer ermüdend wirken. Andererseits müssen sich Hörerinnen und Hörer auf keine –womöglich unliebsamen- Überraschungen gefasst machen, denn Volter geben immer Vollgas, es geht immer temporeich und hart geradeaus. Es gibt Momente, da braucht man genau das.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.volterzone.de

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