Gehört und Gesehen - Gravity

06.05.2016Cosmic Tribe

Cosmic Tribe

Gravity

Artist Station Records / Finetunes (2016, CD)

Zu den absoluten Konstanten der hannoverschen Rockszene gehören Cosmic Tribe und das nun schon seit den späten 1990er Jahren. Hut ab, möchte man da sagen, denn soviel Rock mit Nachhaltigkeit schaffen nicht ganz so viele lokale und regionale Bands. Härte, Groove und Melodie sind drei Säulen des Erscheinungsbildes der Band, aus dem seit jeher besonders die Gitarrenarbeit in puncto Spiel und Sounds heraussticht. Mit „Gravity“ stellen Cosmic Tribe nun ein neues Album vor, mit dem die Hannoveraner ganz ihrer Linie treu bleiben.

Im Grunde genommen geht es auch bei Cosmic Tribe um Rock. Schlagzeug, Bass, zwei Gitarren, ausdrucksstarker Sänger. Das war´s. Klingt simpel, lässt Austauschbarkeit und Beliebigkeit vermuten, aber so ist es dann eben nicht mit dieser Band. Cosmic Tribe firmieren unter ihrem eigenen Stil-Label „Neo Hippie Space Rock“ und so eigentümlich diese Beschreibung auf viele wirken mag, so individuell ist der Sound. Die berühmte und oft eingeforderte Eigenständigkeit – Cosmic Tribe haben sie. Das wird auch bei diesem Album deutlich.

Modern in Szene gesetzter Rock, der auf starken Wurzeln von Grunge –und noch viel früher- leicht psychedelisch angehauchtem Hardrock basiert, getragen von knackigen Gitarrenriffs einer seit vielen Jahren eingespielten Rhythmusgruppe, die auf den Punkt groovt und einem ausdrucksstarken Sänger. Die in sich stimmigen Songs variieren zwischen Schwere und Leichtigkeit und wer glaubt, die Band ruhe sich auf fettem Groove-Rock aus, der stellt an einigen Stellen fest, das einiges im gewachsenen Cosmic-Tribe-Geflecht dann in melodiöse Refrains mit leichtem Pop-Appeal münden kann.

Ist die Band im mittleren Tempo unterwegs, was ihr seit jeher gut zu Gesicht steht, dann liegt das treue Cosmic-Tribe-Vehikel sicher auf der Straße, wie ein unkaputtbarer Straßenkreuzer mit großem Hubraum.

Angenehme Abwechslung kommt bei tanzbaren Nummern wie „Shout It“ ins Spiel, die auch gut in einer Großraum-Rock-Diskothek das Bewegungsareal vor dem DJ-Platz füllen könnte, „Do You Love Me“ überrascht mit seinem Ohrwurm-Refrain im locker-leichten 80er-/90er-Gitarren-Pop-Gewand.

Einen Höhepunkt des Albums bildet schließlich „Serenade To Freedom“, Track 10 von insgesamt elf Songs. Hier läuft Sänger und Frontmann Olli Busse zur Hochform auf und leichte Assoziationen zu Led Zeppelin mit dem jüngeren Robert Plant kommen auf.

Insgesamt ein mehr als solides Albums einer Band, die sich nicht mehr neu erfindet, sondern ihren musikalischen Weg kontinuierlich verfolgt frei nach dem Motto: Rock geht immer.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.cosmictribe.de

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