Gehört und Gesehen - A Night At The Odeon

11.12.2015Queen

Queen

A Night At The Odeon

Virgin/Universal (2015, CD+DVD)

Ein historisches Konzertdokument: An Heiligabend 1975 spielte die Band Queen im Rahmen ihrer “A Night At The Opera”-Herbsttournee im Londoner Hammersmith Odeon. Diese Show wurde seinerzeit live von der BBC im TV übertragen. Mit „A Night At The Odeon“ ist nun eine restaurierte, remasterte Fassung dieses Konzertmitschnitts auf DVD und CD erschienen. Es offenbaren sich sehr viele Stärken, wenige Schwächen und eine Ungereimtheit.

Das Jahr 1975 war ein Wendepunkt in der Karriere von Queen. Mit der Veröffentlichung ihres vierten Albums „A Night At The Opera“ und dem Super-Hit „Bohemian Rhapsody“ im Herbst schaffte es die Rockband auf die nächste große Stufe auf der Erfolgsleiter.

Da verwundert es, dass auf der aktuellen CD-/DVD-Veröffentlichung „A Night At The Odeon“ bis auf eine Medley-Einbettung von „Bohemian Rhapsody“ kein einziger Song von „A Night At The Opera“ vertreten ist. Für gewöhnlich stellt eine Band ihr jeweils aktuelles Album auf einer Tourshow vor, vor allem wenn der Album-Titel gleichzeitig das Motto der Tour ist.

Nun erfährt man im Interview mit Brian May und Roger Taylor im Bonus-Bereich, dass die BBC seinerzeit nicht das komplette Konzert übertragen hatte, sondern nur gut eine Stunde. Somit enthält die Audio CD mit „Seven Seas Of Rhye“ und der Blues-Fremdkomposition „See What A Fool I´ve Been” zwei weitere Tracks, die auf der Konzert-DVD nicht zu finden sind.

Die CD ist solide, wirklich sehenswert ist die Konzert-DVD. Queen spielen sich kraftvoll und glamourös durch das Material ihrer ersten drei Alben. Die Musiker in Satin-Anzüge gekleidet, Freddie Mercury noch mit langen Haaren, Schmuck und lackierten Fingernägeln.

Im Programm finden sich Songs wie „Now I´m Here“, „Killer Queen“, „Keep Yourself Alive“, „Liar“ und den bombastischen Show-Closer „In The Lap Of The Gods…Revisited“.

Sehr gut remasterter Sound, schönes 70er-Jahre-Konzertlicht. Viel grün, blau, orange, gold-gelb und violett, dazu große Follower-Spots auf die Musiker und manchmal diffus-psychedelisches Halbdunkel. Trockeneis-Nebel, archaische, aber wirkungsvolle Magnesiumblitze – das schafft eine großartige Atmosphäre für diese Show. Da verzichtet man gern auf heute übliche Moving-Lights, LED-Wände und anderweitig hochgezüchtete technische Mittel.

Queen spielen hier in einer ausgezeichneten Verfassung, dagegen schafft es die Bildregie nicht immer, dem Treiben auf der Bühne exakt zu folgen. Wenn Brian May im Verlauf von „Bring Back That Leroy Brown“ ein wieselflinkes Gitarrensolo zelebriert, bleibt die Kamera auf Freddie Mercury am Piano. Über weite Strecken ist das Konzert jedoch sehr stimmungsvoll eingefangen.

Im Zugabenteil folgt dann die große Party, frei nach dem Motto „merry christmas and a happy new year.“ Queen covern sich durch Rock´n´Roll Klassiker wie „Jailhouse Rock“ und „Be Bop A Lula“, auf und vor der Bühne wird gefeiert. Es regnet vom Bühnendach Konfetti, Luftschlangen, Luftballons und Gummipuppen.

Im Bonus-Teil findet der interessierte Zuschauer und Fan neben dem 22-minütigen Interview mit Roger Taylor und Brian May noch Mitschnitte dreier Songs von der Queen-Show am 1.Mai 1975 in der Budokan Hall in Tokyo, diese allerdings in historischer Bootleg-Qualität und eher von ideellem Wert.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.queenonline.com

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