Gehört und Gesehen - Disco Inferno

06.11.2015Nikki Puppet

Nikki Puppet

Disco Inferno

7hard/7us media group (2015)

Die wackeren und fleißigen Damen und Herren der hannoverschen Rockband Nikki Puppet haben mit “Disco Inferno” ein neues Album herausgebracht und kürzlich bei einem Heimspiel-Konzert im Rocker live vorgestellt. „Purer Rock“ wird versprochen, doch die Band zeigt auf diesem Album, dass sie über den Tellerrand, wenn nicht sogar über die Tischkante schaut und dem traditionellen, harten Gitarren-Riff-Rock frisches Leben und eine gute Portion Modernität einhaucht.

Nikki Puppet haben sich für die Produktion von „Disco Inferno“ wieder in das vertraute Umfeld von Produzent Herman Frank begeben in dessen Studio in Hannover aufgenommen und gemischt wurde, Helge Engelke hat das Mastering übernommen. Kenner und Hardrock-Szene-Insider wissen Bescheid.

Es ist die routinierte, verlässliche Rockband, die sich hier präsentiert. Nikki Puppet wissen, was sie tun, spielen ihre kompakten, gut und aufgeräumt arrangierten Songs mit ordentlich Groove auf den Punkt. Das passt, das stimmt.

Stilistisch schlägt die Band eine Brücke zwischen den 1980er-/1990er-Jahren und Heute. Auf Rocktraditionen aufbauend dem Ganzen einen zeitgemäßen, moderneren Schliff geben und dabei trotzdem den etablierten Bandsound beibehalten, das könnte ein Ziel dieser Albumproduktion gewesen sein.

Da sind Strukturen von Melodic-Rock, AOR und 80er/90er-Rock auf der einen Seite, dann sind da aber auch tanzbare Beats die in Verbindung mit manch poppiger und griffiger Melodie auch im Kontext von britischen Indie-Rock-Bands auf der Tanzfläche einschlägiger Clubs funktionieren könnten. Das steht der Band genauso gut, wie straighter Up-Tempo-Rock´n´Roll.

Das Beste kommt immer zum Schluss, heißt es für gewöhnlich und das ist auch auf „Disco Inferno“ so. Nikki Puppet haben mit Ferdy Doernberg in dessen Studio in Bad Nenndorf den Akustik-Song „Mirror Mirror II“ produziert, der als Track 14 letztlich den stärksten Eindruck hinterlässt. Man ist geneigt, mit den Fingern zu schnippen, während vor allem Sängerin und Gitarrist zur Hochform auflaufen. Vielleicht gibt es ja mal irgendwann ein Akustik-Album. Eine schlechte Idee wäre das sicher nicht.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.nikkipuppet.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Nikki Puppet - To Be Yourself (2011)
Nikki Puppet - Power Seeker (2008)
Nikki Puppet - Militant Mother (2007)
Nikki Puppet - Puppet On A String (2005)
© Copyright: Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Weitere Infos + Nutzungsbedingungen im Impressum
Zur Übersicht Zur Startseite