Gehört und Gesehen - NTHN GRY

31.07.2015Nathan Gray

Nathan Gray

NTHN GRY

End Hit Records (2015, CD)

Durch seine Band Boysetsfire, die in der Post Hardcoreszene – vor allem in Deutschland - einen recht hohen Bekanntheitsgrad genießt, ist der Name Nathan Gray natürlich nicht unbekannt. Mit „NTHN GRY“ veröffentlicht er seine erste Solo-EP, auf dem er allerdings gänzlich andere Töne anschlägt, als als Frontmann mit seiner Band Boysetsfire.

Bereits in Rahmen seines Metalprojekt I Am Heresey hat sich Nathan Gray in anderen musikalischen Gefilden versucht und startet nun seine ersten Sologehversuche – abermals in einem ganz anderen Genre.

Auf seinem ersten Alleinwerk „NTHN GRY“ begibt sich der über 40-Jährige in dunkle Klangwelten, die Songs befinden sich irgendwo zwischen Darkwave und Gothic – Lieder, die man so vermutlich erst einmal nicht erwartet hätte. Dazu nutzt Gray post-/electro-industrial Sounds, die die Songs immer weiter ins Düstere ziehen.

Passend zum Sound der EP legt sich Nathans Gray warme, charakterstarke Stimme über die einzelnen Stücke, die den Hörer in eine surreale Welt führen. Dennoch bleibt nach den ersten Songs dieses Gefühl, dass da noch mehr kommen sollte, kommen muss. Eine ersten Höhepunkt präsentiert die Platte mit „Corson (An Ode to Vital Existence)“, der beinahe schon anmutet, Teil eines Musicals zu sein. Plätscherten die ersten drei Stücke eher vor sich hin und zogen sich gefühlt ewig in die Länge, dringen die Songs ab „Corson (An Ode to Vital Existence)“ letztlich doch durch.

Auf seinem Solodebüt zeigt sich Nathan Gray von seiner ganz finsteren Seite, „NTHN GRY“ könnte auch der Soundtrack eines Horrorfilms sein. Dabei präsentiert sich der US-Amerikaner als vielseitiger und vor allem offener Künstler, der nicht etwa „im Alter“ stagniert, sondern Neues ausprobiert und seine Kunst stets auf die nächste (oder zumindest eine andere) Ebene stellt.


Hanna Rühaak
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.nathangraysongs.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Nathan Gray Collective - Until The Darkness Takes Us (2017)
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