Gehört und Gesehen - The Best Of The Grateful Dead

07.04.2015Grateful Dead

Grateful Dead

The Best Of The Grateful Dead

Rhino Records/Warner Music (2015, 2CD)

Grateful Dead haben in der internationalen Musikszene eigentlich einen gewissen Kultcharakter. Nach dem Tod von Sänger und Gitarrist Jerry Garcia löste sich die 1965 in San Francisco gegründete Band im Jahr 1995 auf. In diesem Jahr hätten Grateful Dead ihr 50-jähriges Jubiläum feiern können und das tun sie auch: Die noch verbliebenen Mitglieder werden im Sommer noch ausgesuchte und bereits ausverkaufte Konzerte in Chicago spielen, zudem ist jüngst ein „Best-Of“-Album der Psychedelic-/Acid-/West-Coast-Blues-Folk-Jam-Rock-Band herausgekommen.

„The Best Of The Grateful Dead“ bietet mit 32 Songs auf zwei CDs einen größeren Überblick des Schaffens der Band. Das bieten eigentlich fast alle „Best-Of“- oder „Greatest-Hits“-Kompilationen, im Fall dieser Band, bei der heutzutage fast nur noch Alt-Freaks oder reifere Musikfans an Stammtischen leuchtende Augen bekommen, wenn sie in Erinnerungen schwelgen, erscheint diese Doppel-CD als durchaus essenziell.

Warum? Grateful Dead zählen zu den ungewöhnlichsten und auch sehr einflussreichen Bands, wenn es um entspannten, easy-going West-Coast-Jam Rock mit teilweise psychedelischen Elementen geht. Nicht selten lieferte die Band den Soundtrack für Hippies oder eben Leute, die sich im Park oder auf der Wiese die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und sich ihren Gedanken und Fantasien hingeben. Oft mit bewusstseinserweiternden Substanzen oder wenigstens mit Rotwein und legalen Rauchwaren.

Grateful Dead haben viele Platten veröffentlicht, sie haben bei Konzerten kontrolliertes „Bootlegging“ erlaubt, sie spielten Shows von über drei bis vier Stunden Länge, improvisierten schon mal weit länger als zehn Minuten über bestimmte Songs und nahmen sich zwischen den Stücken alle Zeit der Welt die sie brauchten, um sich für den nächsten Song in Stimmung zu bringen. Mega-Chillig würde man dazu heute sagen.

Handgemachte, intensive, zum Teil federleichte, gut zu hörende Musik aus analogen Zeiten von einer in der Musikgeschichte durchaus sehr relevanten Band. Einen gelungenen Querschnitt mit vielen Liner-Notes und historischen Fotos im Booklet gibt es jetzt mit „The Best Of The Grateful Dead“.

Das lohnt sich vor allem für die Hörer, die Grateful Dead zu ihrer aktiven Zeit nicht näher wahrgenommen haben oder einfach noch zu jung oder noch nicht geboren waren.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.dead.net

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