Gehört und Gesehen - Hold What We Can Hold

29.08.2014My Glorious

My Glorious

Hold What We Can Hold

My Glorious Productions (2014, CD)

Für ihr Vorgänger-Album „Inside My Head Is A Scary Place“ erntete das britisch-österreichische Indie-Rock-Trio My Glorious vielversprechende Kritiken. Daraufhin tourte die Band ausgiebig über diverse Festivals und durch Clubs, spielte eigene Shows oder supportete Bands wie Jupiter Jones. Drei Jahre später legt die Band mit „Hold What We Can Hold“ ein neues Album vor, das unter eigener Flagge „My Glorious Productions“ veröffentlicht wird. Das Ergebnis: sehr durchwachsen.

Mit dem zwölf Songs umfassenden Album halten es My Glorious ähnlich wie manche Bands mit dem Aufbau ihrer Setlist: Spektakulär zu Beginn, spektakulär zum Abschluss und mittendrin einige Durchhänger.

Der ruhige von Sänger und Gitarrist Sami Goodenough so gut wie im Alleingang vorgetragene Opener „Let Me Know“ zählt schon gleich zu den stärksten Songs des Albums. Der Titel kommt in einer Atmosphäre daher, wie sie zum Teil auf Bruce Springsteens Album „Nebraska“ herrscht.

„If Tonight Is The Night“, der folgende Uptempo-Indie-Rocker weiß auch noch zu gefallen, im weiteren Verlauf wird es dann mitunter arg schwierig der Band zu folgen, es sei denn, man mag steckenweise mit vielen Soundveränderungen und technischen Gimmicks tendenziell volumiös überproduzierten britischen Dance-Pop-Rock à la Killers oder Mando Diao.

In Songs wie dem Disco-Synthie-Stampfer „James Dean“, zweifellos mit Perspektive Tanzflächenfüller, den in den Refrains zäh schmachtenden „We Can Build The Sky“ oder „This Love Is Tired“ bedienen My Glorious kommerzielle Allgemeinplätze und wirken wenig frisch.

Das ändert sich aber zum Ende des Albums mit dem Song „I Was Always The Suspicious One“, eine kraftvolle Ballade, bei der Sänger Sami dann mal richtig wütend in Fahrt kommt und rockt. Das überzeugt, das packt.

Nach „Sparks“ einem an die Achtziger erinnernden, beliebigen Synthie-Popper, folgt mit „Mountain Of My Back“ eine Art Grande Finale. Ein ebenfalls energiegeladen und ungekünstelt wirkender My-Glorious-Song, der mitreißt, sieht man einmal von den geschmacklich grenzwertigen Mundharmonika-Interludes ab, die möglicherweise auch verzichtbar gewesen wären.

Ein Album mit einigen schönen Momenten, mit einer insgesamt etwas unentschlossen wirkenden Band, die im Gegensatz zum Vorgänger-Album künstlerisch einen etwas weniger originellen Eindruck hinterlässt. Leichte Ermüdungserscheinungen? Vielleicht ändert sich das, wenn es für My Glorious wieder zu schweißtreibenden Shows auf die Bühne geht.


Andreas Haug
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myglorious.com

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
My Glorious - Inside My Head Is A Scary Place (2011)
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