Gehört und Gesehen - The Artful Dodger

01.08.2014Ian Hunter

Ian Hunter

The Artful Dodger

MIG Music (2014, CD)

Sonnenbrille und Lockenmähne waren seit jeher sein Markenzeichen. Der als Leadsänger von Mott The Hoople bekannt gewordene Ian Hunter fing ursprünglich mal auf dem Bass an, betätigte sich aber schnell als Multiinstrumentalist und war auch sonst vielseitig: Die Liste seiner Bands, Projekte und sonstiger Tätigkeiten ist lang.

Mott the Hoople. Wer war das denn noch mal? Die Engländer kennt man durch ihren Hit „All The Young Dudes“, den David Bowie damals für die Band schrieb, da er nicht wollte, dass sie sich auflösten. Das nenn ich Fan-Einsatz! Die erste USA Tour spielten die Engländer übrigens damals mit Queen. Wobei Freddy und Co. damals noch als Support fungierten.

The Artful Dodger stammt schon aus den 90er Jahren, wurde jetzt aber „digital remastered“ und neu veröffentlicht. Sein langjähriger Weggefährte und Gitarrist Mick Ronson war damals schon an Krebs verstorben. Hunter ließ sich aber nicht unterkriegen. Trotz aller Flops und Misserfolge. „I never missed an opportunity to miss an opportunity“ singt er selbstironisch. Ein cooles Statement von einem alten Wolf, der seine Niederlagen offenbar mit Würde trägt.

Musikalisch bewegen wir uns auf diesem Album irgendwo zwischen Springsteen und Rod Stewart. Die angenehm raue Stimme von Hunter findet aber ihren eigenen Platz zwischen diesen beiden Talenten. „Now Is The Time“ will es noch einmal wissen, „Resurrection Mary“ ist ein wundervoller Song, der eine tolle Story erzählt. Astrein musiziert und komponiert. Dieser Titel würde extrem gut zu heutigen Bands wie The Gaslight Anthem oder (in einer Akustik Version) zu Frank Turner passen.

Auch wenn bei „Walk On Water“ der Amp ein bisschen weiter aufgedreht werden darf, ist The Artful Dodger kein Rockalbum. Meistens grooved es angenehm im Mid-Tempo. Fühlt sich an wie an einem langen Sonntagvormittag, wenn man gemächlich zum Kühlschrank schlurft und weiß man kann sich danach noch mal hinlegen.

Fazit: Ein rundes Album mit einigen Highlights und ein paar unnötigen Füllern gegen Ende (Skeletons).


Jan Hagerodt
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.ianhunter.com

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