Gehört und Gesehen - Devour

18.10.2013Dave Hause

Dave Hause

Devour

Rise Records (2013, CD)

Neben einigen der bekanntesten Singer/Songwritern wie Chuck Ragan und Frank Turner reiht sich Dave Hause problemlos in die Liga der Punkrocksongwriter ein. Mittlerweile ist der 35-Jährige eher für seine Soloalben/EPs bekannt, die er seit 2010 veröffentlicht, doch ansonsten ist er auch noch Frontmann der US-amerikanischen Punkrockband The Loved Ones, die 2009 ihr letztes Album veröffentlichten. Nun konzentriert sich Dave Hause augenscheinlich auf seine Solokarriere und bringt mit „Devour“ seinen zweiten Longplayer auf den Markt.

Als The Loved Ones 2010 beschlossen, eine Pause einzulegen, war dies für Dave Hause noch lange nicht „das Ende vom Lied“: Er widmete sich von nun an seiner Solokarriere und zusammen mit Chuck Ragan von Hot Water Music, Brian Fallon von The Gaslight Anthem und Dan Adriano von Alkaline Trio performte er 2011 als Teil der „Revival Tour“ und konnte so mehr und mehr an Popularität gewinnen.

Die erste Auskopplung aus „Devour“ war der Song „We Could Be Kings“ – eine gute Wahl. Plätschern die ersten beiden Songs ein wenig vor sich hin, schafft es Dave Hause hier, den Hörer mitzureißen und vor dem geisteigen Auge entstehen sofort Bilder vom Publikum in einem kleinen Venue, die Dave Hause Arm in Arm die Lyrics entgegenschmettern und freude- (und wahrscheinlich auch bier-)trunken auf den Abend anstoßen.

Von da an nimmt die Platte an Fahrt auf, der ruhige Einstieg trügt. Textlich verarbeitet der aus der Arbeiterklasse stammende US-Amerikaner seinen zebrochenen „American Dream“. Auf „Devour“ widmet er sich der Diskrepanz aus Hoffnung und Scheitern – und der Zeit dazwischen.

Dave Hause beschäftigt sich mit der Frage, warum es von Natur aus Amerikanisch ist, einen unstillbaren Hunger zu haben und wie dieser Appetit unbezwingbare Hürden in die bedeutsamen Beziehungen eines Lebens bringen kann. Da „Devour“ zu Deutsch „vertilgen“ oder „verschlingen“ heißt, ist dieser Titel natürlich ganz passend gewählt.

Für seine Gedanken auf „Devour“ fand Dave Hause auch eine ganz passende Beschreibung: „Am Ende bleibt die Idee, dass du eventuell in der Lage bist, dich selbst zu retten, solange du Musik und Liebe hast. (…) Dieses einfache John Lennon-Konzept von „All You Need Is Love“.“

Und dieser Gedanke und all das Herzblut hört man „Devour“ nicht nur textlich, sondern auch musikalisch an. Höhenflüge und Tiefpunkte, wie sie das Leben schreibt.


Hanna Rühaak
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.davehause.com
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