Gehört und Gesehen - Destroyer:Resurrected

23.08.2012KISS

KISS

Destroyer:Resurrected

Universal Music (2012, CD)

Das im Original im Jahr 1976 erschienene Album „Destroyer“ markierte einen Meilenstein in der Karriere der US-Rockband KISS. Erstmals erhielt die Band, die für ihre glamourösen Verkleidungen und imposanten Live-Shows, die zu wahrlichen Spektakeln gerieten, eine Platin-Auszeichnung.

Produzent des Albums war Bob Ezrin und der suchte im Archiv nach den Original-Bändern aus den damaligen Aufnahme-Sessions um das Material zu sichten, entdeckte seinerzeit für den Endmix nicht verwendete Spuren und bereitete das Ganze für eine Neuedition des Albums auf, das am 17.August mit dem Titel „Destroyer:Ressurected“ neu in den Handel kam.

Das Ezrin unter anderem auch für Alice Cooper und später auch für Pink Floyd („The Wall“) als Produzent agierte, merkt man „Destroyer:Ressurected“ deutlich an. Es wird mit starken Echo-Sounds gearbeitet, zum Einsatz kommen Streicher und ein Kinderchor, rückwärts laufende Trommelspuren werden ins Spiel gebracht – überhaupt wird der Bandsound von KISS mit allerlei Soundeffekten individuell und ästhetisch extravagant aufgehübscht.

Hat man gerade einige moderne Rockproduktionen aus dem Jahr 2012 im CD-Player laufen gehabt, dann ist das zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, weil vom Klangbild für heutige Verhältnisse tendenziell ungewöhnlich, was hier aus den Boxen kommt. In dieser Form hätte das Album auch in den frühen 1970er-Jahren erscheinen können, aber für 1976 geht das auch noch durch. KISS liefern hier sehr lässig aber intensiv gespielten Glam-Rock´n´Roll, der schnell Spaß macht und auch fix ins Ohr geht („Shout It Out Loud“). Wer mit der Band nicht ganz so vertraut ist, aber auf Rock´n´Roll der Marke Alice Cooper steht, dürfte mit dieser Platte, die eine ganz spezielle Faszination versprüht, sehr viel Freude haben. Vielleicht auch ein guter Einstieg, sich dem Thema KISS etwas mehr zu nähern.

Mit knapp unter 40 Minuten Spielzeit weist die Platte zwar die für damalige Verhältnisse gängige Länge eines Albums auf, die Band ist auf „Destroyer:Resurrected“ jedoch so abwechslungsreich und spritzig unterwegs, dass es auch ein bisschen mehr hätte sein können. Aber in der Kürze liegt bekanntlich nicht selten die Würze und man kann ja bei Bedarf auch noch ein paar Mal die „Play“-Taste betätigen...


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.kissonline.com

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