Gehört und Gesehen - Soultravel

23.12.2011Kneeless Moose

Kneeless Moose

Soultravel

Eigenproduktion (2011, CD)

„Ohne Knie lässt sich schlecht laufen“ denkt sich der gemeine Elch und Recht hat er! Übertragen auf Musik lässt sich ohne ein solides Rhythmusfundament nicht frickeln. Gottseidank funktioniert bei Kneeless Moose beides ganz prima.

Das Hannoveraner Trio hat ihr Debütalbum mit dem Titel „Soultravel“ produziert. Das Release Konzert liegt zwar schon gut zwei Monate zurück, trotzdem lohnt sich ein Blick auf das Werk der Jungs. Vorschußlorbeeren gab es viele. Eine junge Band, die klingt wie eine alte und dadurch alle Generationen unter einer Flagge vereinen kann. „Ein frisches Ding“, hörte man auch zuweilen. Was ist also dran am Hype um den musikalischen Dreier?

Viel. Das schon mal vorneweg. Kneeless Moose klingen nach einer Symbiose aus Deep Purple und Rage Against The Machine. Bluesige Riffs, viele Soli, eine schwer groovende Basis. Musiker, die wissen was sie tun.

„Soultravel“ heizt Fans von Rockmusik, wie sie ursprünglich gedacht war, an. Dennoch schafft es die Band ihre eigene Note zu integrieren und besonders durch die geniale Gitarrenarbeit (mega Ton!) ein Zeichen zu setzen. Auch der herrlich unüberlegte Gesangsstil bekommt ´ne Eins. Das klingt alles sehr nach „aus dem Bauch“ und wirkt in der Tat frisch. Sänger und Gitarrist Thomas klingt angenehm rau und erinnert zuweilen an einen jungen David Coverdale; brüllen kann der aber auch!

Die Texte der Band könnten generell besser sein. Vom Thema her versucht man sich zwar originell, Wortschatz und Sprachgebrauch sind aber noch steigerungsfähig und verlangen nach mehr Tiefe. Ein kleines Meisterwerk, dass einen Großsteil des Könnens der Band präsentiert ist „Children“. Ein monumentaler Aufbau, der zu einem fulminanten Finale führt. „She aint“ weiß durch einen einprägsamen Chorus ebenfalls zu überzeugen und ist live mit Sicherheit ein Knaller.

Kneeless Moose ist mit „Soultravel“ ein eindrucksvolles Debüt gelungen. Man darf gespannt sein, wie es die Band schafft ihren eigenen, unverkennbaren Stil weiter auszubauen.

Fazit: Ein frisches Ding!


Jan Hagerodt
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.myspace.com/kneelessmoose

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
Kneeless Moose - Tortuga (2015)
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