Gehört und Gesehen - Matches & Kerosene

25.05.2011One Strike Left

One Strike Left

Matches & Kerosene

Eigenproduktion (2011, CD)

Das Frontcover des neuen Albums der hannoverschen Band One Strike Left lässt erahnen, was in welcher Form musikalisch auf der CD passiert. Ein entzündetes Streichholz, ein Benzinkanister aus dem der Inhalt teilweise ausgelaufen ist. Es wird gleich eine Stichflamme geben und dann höllisch brennen, mindestens…

One Strike Left reiten in gerade einmal 25.22 Minuten neun Hardcore/Punk-Attacken, dass es einem schwindelig wird. Das Ganze in einem Höllentempo, ungeheuer hart und mit einer Spielwut, wie man es von genre-ähnlichen Bands höchstens in Bestform auf der Bühne in einem ausverkauften Club kennt. Die musikalischen Zutaten, Sounds und Arrangements sind vertraut und bieten nichts wirklich Neues.

Den Schwerpunkt setzen die vier Musiker auf Hardcore und Screamo, feuern aber auch Melodic-Punk-Rock-Refrains ab, die zum gnadenlosen Feiern animieren. Leichte Ausflüge in Richtung Metal und dreckigem Rock´n´Roll werden ebenfalls gewagt, was unter dem Strich ein geradliniges hartes und konsequentes Album ohne Durchhänger zum Ergebnis hat.

Technisch agieren One Strike Left mitunter äußerst versiert, besonders die Gitarrenarbeit ist zeitweise beeindruckend filigran, die melodischen Gesänge im Wechsel mit wirklich ultra-fiesen Screams, die auch einer Death-Metal-Band gut zu Gesicht stehen würden, sind einfach klasse. Die Produktion ist angenehm rau ausgefallen, keine Schnörkel, keine ultrafetten High-End-Klangwände, was letztlich gut zum Stil von One Strike Left passt. Die Platte transportiert höchste Energie, Spiefreude und präsentiert die Band frisch, ausgeruht und voller Tatendrang.

Mit „Matches & Kerosene“ dürften One Strike Left nachhaltig Ansprüche auf einen vorderen Platz in der Top-Liga regionaler Hardcore-und Punk-Rock-Bands anmelden. Das Album ist wirklich heftiger Stoff, der nicht nur brennt sondern des Öfteren auch explodiert. Diese zum CD-Titel bemühte Plattitüde gestatten wir uns hier mal ausnahmsweise.


Andreas Haug
(8 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.onestrikeleft.de

Weitere oder ähnliche CD/DVD-Besprechungen:
One Strike Left - After Prime Revolution (2014)
One Strike Left - Welcome To The Bleeding Season (2007)
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