Gehört und Gesehen - Pour Boy - Lucky Man

07.04.2011Asaf Avidan & The Mojos

Asaf Avidan & The Mojos

Pour Boy - Lucky Man

Telmavar Rec./Columbia/Sony (2011, CD)

Musik für Menschen mit einem Faible für spezielle Töne, intensive Stimmungen, anspruchsvolles Songwriting und Arrangements abseits der Kleinderstange mit den Standardgrößen bieten Asaf Avidan & The Mojos auf ihrem zweiten Album „Poor Boy – Lucky Man“.

Nicht jeden findet man eine so facettenreiche Musik, ein so abwechslungsreiches und gleichzeitig substanzvolles Album wie dieses. Asaf Avidan & The Mojos spannen in den 14 Songs den Bogen von Singer-Songwriter-Folk über Indie-Rock, Rock´n´Roll, Blues alter Schule und Americana. Alles sauber gespielt und farbenfroh instrumentiert.

„Poor Boy – Lucky Man“ wirkt wie ein lang angelegtes Großprojekt an dem auch sehr viele Gastmusiker mitgewirkt haben. Neben Bass, Gitarre, Schlagzeug und Gesang sind unter anderem Instrumente wie Cello, Klavier, Hammond-Orgel, Tuba, Trompete, Posaune, Akkordeon, Xylophon, Mandoline oder Didgeridoo zu hören. Handgemachte, handwerklich sehr gut in Szene gesetzte Musik mit einem gewissen Ethno-Touch.

Asaf Avidan & The Mojos dürften auf keine Zielgruppe festzulegen zu sein, lediglich Musikfreunde, die Musik so nebenbei im Hintergrund laufen lassen um für eine Geräuschkulisse zu sorgen, dürften an dieser Platte keinen Spaß finden.

Herausragend und gleichzeitig stark irritierend ist die Stimme von Asaf Avidan. Vergleiche zu Janis Joplin oder Robert Plant wurden schon gemacht und in der Tat: Wenn gesungen wird, dann klingt die Stimme des Sängers auch bei genauestem Hinhören wie die Stimme einer Frau, rauchig-heiser-bluesig-klagend-eindringlich, eben stark an Janis Joplin erinnernd.

Avidans Stimme wird in der Medieninfo zum Album als „sirenenartig“ und „zuweilen androgyn“ charakterisiert. Das muss man mögen, ist stark gewöhnungsbedürftig aber für einen männlichen Sänger eben auch ein Stück weit einzigartig.

Für Freunde von anspruchsvoller, intensiver, facettenreicher, origineller wie eigenständiger Musik, könnte „Poor Boy – Lucky Man“ ein heißer Tipp sein.


Andreas Haug
(7 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.mymojolove.com

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