Gehört und Gesehen - Dustbowl

24.03.2011Joe Bonamassa

Joe Bonamassa

Dustbowl

Provogue Records / Rough Trade (2011, CD)

“Dust Bowl”, das neue Album des überaus talentierten Blues-Rock-Gitarristen Joe Bonamassa, ist eine Platte, über die man gar nicht viele Worte verlieren muss. Über die Musik an sich eigentlich auch nicht.

Der Rahmen ist bekannt und vertraut. Blues, Rock, hier und da Country-Anleihen. Kennt man, haben unzählige Musiker und Bands ähnlich schon präsentiert, natürlich mit den ebenso unzähligen wie unvermeintlichen Gitarrensoli. Es gibt kaum eine Note und ein Riff, die nicht irgendwo schon mal gespielt und teilweise auch bis zum Geht-Nicht-Mehr strapaziert wurden.

Das Genre scheint einen ellenlangen Bart zu haben, Wiederholungen en masse, Traditionspflege und manchmal ist das auch langweilig, weil kaum noch neue, spannende Akzente gesetzt werden.

Wenn Joe Bonamassa allerdings zur Gitarre greift, Songs schreibt und ein Album wie „Dustbowl“ einspielt, das obendrein mit einem Top-Produzenten wie Kevin „Caveman“ Shirley und erstklassigen Musikern entstanden ist, liegen die Dinge anders. Ganz anders.

Joe Bonamassa haucht dem klassischem Blues und Rock auf „Dustbowl“ neues Leben ein, die Kompositionen und Arrangements sind voller Ideen und Abwechslung, spieltechnisch, sowohl in puncto Soli als auch auf das Zusammenwirken der Band bezogen, ist das hier einfach Spitze. Bonamassa und seine Mitstreiter sprühen vor Spielfreude, agieren im Spiel sehr gefühlvoll, wirken inspiriert und frisch bei allem, was sie anpacken und so kommen dann auch die Songs und letztlich das gesamte Album rüber.

Bei drei Songs sind zudem hochkarätige Musiker wie John Hiatt, Glenn Hughes und der im Genre Country vielfach ausgezeichnete Sänger Vince Gill als „featuring Artists“ mit im Boot. Was bei anderen Bands und Einzelkünstlern unter „notwendiges Namedropping“ läuft, um das Interesse an einem Album zu verstärken respektive überhaupt zu wecken, mag man im Fall von Joe Bonamassa´s „Dustbowl“ als Himbeere auf der Sahne empfinden.

Ein richtig feines, sehr lebendiges und qualitativ sehr hochwertiges Album.


Andreas Haug
(9 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.jbonamassa.com

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