Gehört und Gesehen - Sterneneisen

24.03.2011In Extremo

In Extremo

Sterneneisen

Universal Music (2011, CD)

Diese Mittelalter-Rock-Schiene ist ja nicht jedermanns Sache. Oder wie mal ein Bekannter von mir sagte: „Dudelsack-Gedüdel mit altdeutschem Liedgut….“

Erfolgreich ist diese Schiene aber ohne Ende und In Extremo sind mit Sicherheit eine der erfolgreichsten Bands dieser Sparte. Man versprühte schon auf der ganzen Welt den Mittelalter Charme, immer schön in Pumphosen und mit ordentlich Feuer und Tamtam. Dass man sich musikalisch dabei auf Wolle-Petri-Niveau bewegt, fällt dem Ur-Fan wahrscheinlich deswegen nicht mal auf. Ich liege ja schon beim Studieren der „Künstlernamen“ schreiend am Boden. „Das letzte Einhorn“ am Gesang? „Die Lutter“ und „Dr. Pymonte“? Respekt für soviel Mut zur Schwachsinnigkeit.

Ach, wo wir grad dabei sind, „Der Graf“, seines Zeichens Kopf von Unheilig der neuen deutschen Hitmaschine, darf auch ein Ströphchen ins Mikro jaulen. Na Prima. Für ihre Single „Zigeunerskat“ wären also genug Menschen anwesend. Mille Petrozza von der deutschen Metal-Legende Kreator darf bei „Unsichtbar“ mitsingen, damit lockt man zusätzlich also auch den ein- oder anderen Metal Fan unterm Sofa vor.

Aber genug gelästert. Denn eins muss man dem siebenzackigen Stern lassen. Die Songs zünden, viele Refrains bleiben fantastisch im Ohr und die Kompositionen sind insgesamt gut und wirkungsvoll arrangiert. Die Hook von „Siehst Du Das Licht“ ist z.B. derart fesselnd, dass es man es schon unterbewusst mitgröhlt. Da wusste jemand schon was er tut.

Ich quäle mich bei diesen Texten allerdings derart mit Fremdscham, dass ich diese Leistung nicht bewundern kann. In Extremo Fans mögen es mir verzeihen und sich einfach diese Platte kaufen (so wie immer). Für mich ist diese Mixtur aus Schlager, Rock und Gothic einfach nix. Deshalb gibt´s eine neutrale Bewertung von 5 Punkten. Ich schließe mit einer Zeile vom letzten Track „Ich Vermiss Dich“: „Ich weiß noch unser erstes Mal. Du standest da und ich kam zu spät“.

Aha.
Genau wie der Bus, der Dich sonst immer abholt.

Fazit: Zündende Refrains, die mit Feuer bestimmt noch toller kommen. Wer´s mag.


Jan Hagerodt
(5 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.inextremo.de

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