Gehört und Gesehen - Welcome To The Other World - Nimby Live 2004

14.12.2010Fury In The Slaughterhouse

Fury In The Slaughterhouse

Welcome To The Other World - Nimby Live 2004

SPV (2010, 2CD)

Gut zwei Jahre ist es her, dass Fury In The Slaughterhouse auf der ausverkauften Parkbühne Hannover ihr Abschiedskonzert spielten. Von dieser Show ist eine Live-DVD veröffentlicht worden und wer diese sein Eigen nennt, ist zum Abschluss der Karriere der hannoverschen Pop-Rock-Band wohl mehr als gut bedient (Besprechung an anderer Stelle in der Rubrik „CD-Kritiken Hannover“)

Zum Weihnachtsgeschäft 2010 veröffentlicht die Plattenfirma SPV unter anderem die 2002 im Peppermint Park entstandene Live-DVD „Monochrome“ nochmals neu und auch von der 2004er „Nimby Tour“ hat man Live-Mitschnitte entdeckt, gesichtet, gehört und bringt jetzt noch die Doppel-CD „Welcome To The Other World – Nimby 2004 live“ auf den Markt. „Monochrome“ hatten wir schon zur ersten Veröffentlichung vor vielen Jahren besprochen, bleibt also der Mitschnitt von einem Konzert, das Fury In The Slaughterhouse im Rahmen ihrer „Nimby“-Tour am 19.April 2004 im Kölner E-Werk spielten.

Bei Fans, vor allem bei denen der frühen Jahre, dürfte diese Doppel-Live-CD auf verstärktes Interesse stoßen. Zur Veröffentlichung des Albums „Nimby“ und zur begleitenden Tour präsentierte sich die Band wieder sehr frisch, spielfreudig und ein wenig in „Back To Roots“-Manier. Man spielte wieder in Clubs und rockte tendenziell wieder mehr bodenständig geradeaus. Gitarren, Bass, Schlagzeug und Gesang standen wieder im Vordergrund.

„Welcome To The Other World – Nimby 2004 live“ ist keine auf Hochglanz polierte Live-CD. Die Mitschnitte wirken auch nicht so, als seien im Nachhinein noch einzelne Instrumente im Studio nachträglich eingespielt worden. Das war früher bei vielen anderen Bands durchaus üblich und auch heute gibt es so genannte Live-Versionen von Songs, die zwar live im Studio eingespielt wurden um sie dann durch geschicktes Abmischen und die Hinzufügung von Applaus als „Konzert-Versionen“ zu verkaufen. Namen wollen wir nicht nennen und die tun auch hier nichts zur Sache.

Diese Fury-Live-Doppel-CD kommt eher wie ein Bootleg mit sehr ordentlicher Tonqualität herüber. Perfekt ist sie nicht im Sound, zeitweise fehlt es „unten herum“, d.h. was Schlagzeug und Bass angeht etwas an Druck, Transparenz und Brillanz. Dafür sind Gesänge, Gitarren und die Publikumsatmosphäre mehr im Vordergrund. Insgesamt ist das in Ordnung und wirkt authentisch. Die Setlist bildet einen Querschnitt aus den Jahren 1988 bis 2004 ab, auch live selten gespielte Songs wie „No Illusions“ von der 1990er-Veröffentlichung „Jau“ sind dabei. Unterhaltsam sind die vielen Zwiegespräche der Musiker während der zeitweilig sehr launigen und lustigen Ansagen und Erklärungen zu den Songs. Da kommt wahres Live-Gefühl auf. Besonders erwähnenswert ist die USA-Einreise-Anekdote von Sänger Kai-Uwe Wingenfelder. Stichwort: „Bück dich, hier kommt der Handschuh“.

Eine schöne Idee, diese Live-Platte zu veröffentlichen, für Fans sicher eine lohnenswerte Ergänzung in ihrer Fury-Sammlung. Insgesamt eine gelungene Doppel-CD wenn auch nicht gerade der absolute „Must-Have“- Ober-Hammer.


Andreas Haug
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.fury.de

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