Gehört und Gesehen - Covers

13.05.2010Placebo

Placebo

Covers

Virgin/ EMI UK (2010, CD)

Dass Placebo bei ihren Shows gerne die eine oder andere Coverversion einbauen, dürfte dem interessierten Konzertgänger schon aufgefallen sein. Die Interpretationen von Molko und Co. waren bisher als B-Seiten auf ihren Singles veröffentlicht worden. Im Rahmen des „Sleeping With Ghosts“ Albums formte man diese erstmals gebündelt als Bonus Material auf eine Cd. Nun gibt es diese Songs auch als Album zu kaufen. Der Titel ist so pragmatisch wie treffend: „Covers“.

Die prägnante Stimme Brian Molkos sorgt für interessante Versionen der mehr oder weniger bekannten Originale. „Where Is My Mind“ von den Pixies dürfte einer der meist gecoverten Songs ever sein und bietet wenig Raum für Interpretation. Besser bis großartig funktionieren da eher die untypischen Nummern wie Kate Bushs „Running Up That Hill“ oder auch „Bigmouth Strikes Again“ von The Smiths. Großartige Versionen bieten Robert Palmers „Johnny And Mary“ der perfekt zu dem dreckigen, dissonanten Sound der Briten passt, oder auch – man glaubt es kaum – „Daddy Cool“ von Boney M.

Es gibt sicherlich wenige Cover-Alben die man besitzen sollte, Fan hin oder her, obwohl diese Sammlung schon ziemlich spannend inszeniert ist. Ob man dafür dann allerdings einen vollen Albenpreis löhnen muss ist ´ne andere Geschichte. Da wartet man dann doch eher auf ein neues Album mit eigenen Placebo-Songs und freut sich über ein live eingestreutes Fremdwerk dann umso mehr.

Fazit: Kann man machen, muss man aber nicht. Lieber mal live überraschen lassen.


Jan Hagerodt
(6 / 10 Pkt.)

Mehr:
www.placeboworld.co.uk

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Placebo - Battle For The Sun (2009)
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