Gehört und Gesehen - Zeroism

28.11.2008Mike Zero

Mike Zero

Zeroism

Wolverine Records / Soulfood (2008)

Aha. Mike Zero also. „Wer zum Geier is´ das denn“, mag sich die werte Leserschaft jetzt vielleicht zu Recht fragen. Schaffen wir also Aufklärung! Der Herr Zero hört eigentlich auf den Namen Michael Köhn und kommt aus Dortmund. Woher sein Hang zu Nullen kommt, weiß ich leider nicht, aber eigentlich tut das ja auch nichts zur Sache.

“Pop-Punk´n´Roll/ Wave“, das soll die Musikrichtung sein, die wir auf der elf Tracks enthaltenden Cd zu hören bekommen. „Nervous Breakdown Guarantee“ haut auch gleich voll ins Klischee. Grunziger Ampeg Sound vom Bass, offene Hihat, rotzige Singe Note Licks von der Gitarre und ein noch rotzigerer Gesang, der etwas zu übertrieben versucht Punkrock zu sein. Die folgenden Songs „Teenage Idol“ und „Drag me down“ gehen in die gleiche Richtung ohne neue Akzente zu setzen. „Walking after you“ setzt sich ein bisschen von der üblichen Schrammelei ab und kann überzeugen, ebenso der Song „Waster“.

Generell bleibt zu bemängeln, dass die Stücke insgesamt zu stumpf und blutleer rüberkommen. Hier und da blitzen ein paar gute Ideen auf, leider aber insgesamt zu wenig, um wirklich Interessantes zu kreieren. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Künstler alle Instrumente bis auf das Schlagzeug selbst eingespielt hat. Da scheint der Abstand zu fehlen um kritisch die eigenen Songs zu betrachten.

Produziert wurde das Album von Siggi Bemm im Woodhouse Studio (Hagen) und in diesem Fall kann man nur ein Kompliment aussprechen, denn der Sound der Platte ist ausgezeichnet, sehr druckvoll und passend zur Attitüde der Musik.

Irgendwie erinnert mich diese CD an die Soloplatten der damaligen Guns´n Roses Mitglieder, vor allem an das Album von Basser Duff McKagan. Da ich totaler Fan war, hab ich krampfhaft versucht auch auf dieser Scheibe einen guten Song zu finden, aber unterm Strich blieb es eben doch eine Scheiß Solo-Platte. Solch eine Nullnummer ist Mike Zero gewiss nicht, denn für Fans dieses Genres sollte auf jeden Fall der ein oder andere coole Song dabei sein und bei einem kleinen Clubkonzert mit vielen verschwitzten Menschen dürfte die Musik auch live zünden, doch begeistern kann diese CD nicht, egal wie genau man hinhört.

Fazit: Mike Zero hat seine ersten musikalischen Erfahrungen im Side-Projekt von Krupps Frontmann Jürgen Engler gesammelt und „Zeroism“ ist sein erstes Soloalbum. Wünschen wir ihm ein glücklicheres Händchen für das nächste.

www.mike-zero.com


Jan Hagerodt
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