Gehört und Gesehen - Alliance

14.08.2008Grailknights

Grailknights

Alliance

Eigenproduktion (2008)

Nicht selten ist es so, dass Bands, die wegen ihrer ausgeklügelten, höchst imponierenden und unterhaltsamen Bühnenshow zwar ein Hammer-Live-Erlebnis sind, auf Studio-CDs dann aber den Reiz ihrer Live-Präsenz musikalisch nicht im Ansatz entfesseln können.

Die Hannoveraner Melodic-Death-Metaller, längst zur Speerspitze der hiesigen Metalbands gehörend und auch schon mit überregional guter Reputation ausgestattet sind für ihre atemberaubenden Live-Shows bekannt und von immer zahlreicher werdenden Fans beliebt, das ist bekannt. Dass die Band um Mac Death, Lord Lightbringer, Sir Optimus Prime und Duke Of Drummington ein so herausragendes Album wie „Alliance“ vorlegen, hätte man in dieser Konsequenz nicht unbedingt so erwarten können.

„Alliance“ bietet fast alles, was sich der humorvolle und anspruchsvolle Metal-Fan, der auch gute Parties bevorzugt, bei denen reichlich Getränke fließen, neue Freundschaften geschlossen und alte gepflegt werden, wünscht.

Die Grailknights haben hier fast sämtliche nur denkbare Register gezogen, kommen als technisch versierte, vor Ideenreichtum und Originalität nur so strotzende Band daher. Die Songs auf der sauber produzierten Platte bestechen wegen ihrer Energie, Kraft und Abwechslung. Melodien die sich des Öfteren zu Mitsing-Hymnen aufschwingen sind ein Markenzeichen der Grailknights. Die wohl dosierte Härte, das Tempo, der Spielwitz, die zeitweise vertrackte Rhythmik, die ausgefeilten Gitarrenlicks, das alles technisch erstklassig umgesetzt machen Spaß. Immer wieder überraschende Breaks, ebensolche Intros – Die Grailknights bedienen sich nicht in der Melodic-Death-Metal-Schublade mit der Aufschrift 08/15 und stumpfes Gebolze und Geholze sind ihre Sache nicht.

Der Witz, der Spaß, die Kreativität mit der die Band ihre Bühnenshows mit Gesellen wie Dr.Skull, Morph The Swarf, Zapf Beauty oder dem Drachen Urks aufzieht, zieht sich durch dieses Album wie ein roter Faden.

Auf Track 6 dem Song „Tranquility´s Embrace“ die nächste Überraschung. Die Grailknights im ruhigen Akustik-Gewand. Konzertgitarren, sanfte Rhythmik, leichter Mittelalter-Folk-Touch irgendwo zwischen Blackmore´s Night und „Nothing Else Matters“.

Eine Band zum gespannten Zuhören, zum Fäusterecken, Schunkeln, Mitfeiern oder ungehemmtem Moshen im Circle-Pit, nacheinander oder gleichzeitig.

Ein tolles Album und definitv nichts für Schnarchnasen!

www.grailknights.de


Andreas Haug
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