25.06.2012

Etwas mehr Enthusiasmus in Hemmingen

E.m.E. Studios bieten analoge Musikproduktionen

von Andreas Haug

- Am südlichen Stadtrand Hannovers, in Hemmingen- Arnum, haben Norwin Münch und Germar Hoffmeister im Jahr 2009 die E.m.E. Studios eröffnet. E.m.E. steht für "Etwas mehr Enthusiasmus", das für heutige Verhältnisse Besondere an dem Tonstudio: Man produziert analog. Aufgenommen und gemastert wird auf Bandmaschinen, im Studio befindet sich kein Computer.


Was für Verfechter moderner Studio-Technologien altertümlich anmuten könnte, ist für die Betreiber der E.m.E. Studios eine ganz bewusste Entscheidung: "Analog fanden wir viel besser", erinnert sich Norwin Münch an die Gründungszeit des Studios, als man vor der Entscheidung stand, wie man die Aufnahme-und Regieräumlichkeiten technisch ausstatten solle und wie man dort zukünftig Bands, kleine Ensembles oder Einzelkünstler aufnehmen und produzieren wolle.

Die E.m.E. Studios könnte man von der Technik und den Möglichkeiten genau zwischen einem absolut professionellem und einem Homerecording ansiedeln, ein möglicherweise besonders für regionale Bands mit überschaubarem Budget attraktiver Ort, ansprechende Aufnahmen zu realisieren.

Vor gut drei Jahren hatte Germar Hoffmeister die zum Freibad im Hemminger Ortsteil Arnum gehörenden Räumlichkeiten entdeckt. "Wo sich heute unser Studio befindet, war früher eine Fahrradwerkstatt.", erklärt Germar. Einige Konzeptionspläne und Umbaumaflnahmen später konnte das Tonstudio seinen Betrieb aufnehmen. Tageslicht in allen Räumen und für Aufnahmen mit Bands mehr als nur ausreichend Platz: Allein der Aufnahmeraum hat eine Fläche von 80 Quadratmetern, erklärt Norwin.

Wer möchte, kann -nach Absprache- Teile der Backline nutzen. Diverse Bass-und Gitarrenboxen stehen ebenso zur Verfügung, wie ein Sonor Delight Schlagzeug. Besonders begeistert sind die Studiobetreiber unter anderem von ihrem Gitarrenamp der Marke Randall, Modell RD 50, mit dem sich, ihrer Erfahrung nach, exzellente Sounds produzieren lieflen.

Bands, denen der Drummer ausfällt oder Projekte, die für die Produktion in den E.m.E. Studios einen Schlagzeuger benötigen, können Norwin Münch, über Jahre als Schlagzeuger bei besonders in Hannover und Umland bekannten Bands wie unter anderem June Brazil oder Jamie And The Magic Torchsong aktiv und seit langer Zeit als vielseitig aktiver Künstler in der Hannover-Szene bekannt, für das Einspielen von Schlagzeugparts engagieren.

Bislang haben in den E.m.E. Studios unter anderem Bands und Projekte wie Cosmic Aliens Inc., Werner Strong, Max Stramm & Die Revolution, 11is, Macclesfield oder The Single Malts produziert. Einige darunter gelten als Geheimtipps der alternativen Hannover-Szene.

Die technische Ausstattung wirkt mehr als nur zweckmäflig und scheint auf einem qualitativ sehr ordentlichem Level zu sein. Es sind mehrere Marken-Mikrofone vorhanden, als Mischpult nutzen Norwin und Germar ein Mitec Ex 31, ein Pult, dass baugleich zu dem Mischpult sei, das um 1989/1990 herum auch vom Peppermint Parkstudio genutzt wurde, als sich dieses noch am Weidendamm befand, erinnert sich Norwin. Zu jener Zeit nahmen dort unter anderem Fury In The Slaughterhouse ihr Album "Jau" auf.

Als Aufnahme-Bandmaschine kommt ein Tascam MS-16 zum Einsatz, analog gemixt wird auf ein Tascam ATR-60, digitalisiert wird auf ein Fostex CR 500. Das sind die groben technischen Eckpunkte des Studios. Kompressoren, Equalizier und 19¥¥ Effektgeräte gehören zudem zur Standardausrüstung.

Die Zusammenarbeit mit kleinen oder groflen Bandbesetzungen oder auch Solo-Musikern gestaltet man offensichtlich unkompliziert. "Der persönliche Kontakt, der Draht zu den Bands ist uns wichtig", betonen Germar und Norwin. "Wir produzieren so lange, bis die Ohren platt sind und schauen nicht minutengenau auf die Uhr, wenn eine Band gerade eine guten Lauf im Studio hat. Theoretisch können wir hier 24 Stunden rund um die Uhr aufnehmen und mischen", ergänzen die beiden.

Die Benutzung des Studios bieten Norwin Münch und Germar Hoffmeister schon für eine Tagespauschale von 50 Euro an. Zusätzlich muss das Bandmaterial kalkuliert werden, das in der Studiopauschale nicht enthalten ist. "Wir benötigen für die analogen Aufnahmen und das Mischen natürlich zwei Bänder. Das sind 16-Spur-Bänder mit einer Kapazität von rund 35 Minuten Musik.", erklärt Norwin.

Wer über das Wochenende eine dreitägige Produktionssession plant, kann bei uns mit insgesamt rund 300 Euro kalkulieren, bringen es die Betreiber auf den Punkt. Für gut eingespielte Bands, hat das früher für die Produktion eines durchaus amtlichen Demos gereicht...

Weitere Informationen und Kontakt über:
www.eme-studios.com

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