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In der Musikszene vielfältig unterwegs und erfolgreich: Alexander Jahnke aus Hannover

Die glücklichen Fügungen

Im Interview mit Alexander Jahnke

22.12.2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Julian Bogner

Vom Punk in eine Castingshow und zum Musical und Wintersport – Alexander Jahnke ist innerhalb des Musikbusiness und all seinen verschiedenen Zweige bereits viel rumgekommen. Nach eher klassischen ersten Schritten in der musikalischen Früherziehung und eigenen Bands wurde eine Produktionsfirma auf den gebürtigen Hannoveraner aufmerksam und schnell folgte seine Teilnahme an der „Castingshow Deutschland sucht den Superstar“. „Das war eine glückliche Fügung“, lacht Jahnke und ähnlich kam er auch zu seinem Engagement im Musical „Grease“. Wir sprachen mit ihm über diesen ungewöhnlichen Werdegang, der ihn aktuell auch mit einem eigenen Song zum Mitwirken an der diesjährigen Vierschanzentournee gebracht hat.

Rockszene: Wo liegen deine musikalischen Wurzeln?

Alexander Jahnke: Ich habe schon ganz früh mit Musik begonnen, laut meinen Eltern machte ich die ersten Schritte in der musikalischen Früherziehung. Da war ich vier oder fünf Jahre alt. Das erste Mal, dass ich wirklich bewusst mit Musik in Berührung gekommen bin, war beim Klavierunterricht mit etwa acht Jahren und später war ich dann in Schulbands und –chören, gründete meine erste eigene Band und schrieb erste eigene Songs mit 17 Jahren. Ich habe einfache gemacht, worauf ich Lust hatte. Mal mochte ich kein Klavier spielen und habe mir stattdessen das Gitarre spielen beigebracht – immer wie es mir in den Kopf kam (lacht).

Heute bin ich als Musicaldarsteller seit über einem Jahr im Musical „Grease“ tätig. Die Arbeit ist toll, aber vereinnahmt uns auch tagtäglich. Diese Tätigkeit war eine glückliche Fügung, denn kurz nach meiner DSDS-Teilnahme rief mich der Produzent von „Grease“ an und fragte, ob ich mir vorstellen kann, im Musical zu spielen. Das war völliges Neuland, denn ich habe vorher nie getanzt oder geschauspielert – außer bei Schulaufführungen oder sowas, aber nie im großen Stil. Diese Arbeit kam unverhofft, aber ich bin darüber sehr froh (lacht).

Du warst mit deiner Band Call Me Names viel in der hannoverschen Szene – besonders in der Punk-Szene - unterwegs. Später folgte dann eine Teilnahme bei der Castingshow DSDS – Wie kam dieser Schritt?

So krass Punk waren wir gar nicht (lacht). Es war auch immer etwas Rock/ Pop dabei und ich habe während dieser Zeit schon eigene Songs geschrieben, die sich am Stil der Ärzte, aber auch an Silbermond orientiert haben. Insgesamt ging es in die Richtung von deutschsprachigem Rock/ Pop mit Singer/ Songwriter-Musik. Auf Youtube habe ich dann ein paar Videos von mir gezeigt, und wiedermal unverhofft (lacht) bekam ich eine Mail von der DSDS-Produktionsfirma. Sie sagten, sie hätten meine Videos gesehen und fragten, ob ich mich nicht mal in einer Show beweisen möchte. Bis dahin hatte ich zu mir selbst immer gesagt: „Jaja, wenn du mal 30 Jahre alt bist, dann kannst du dahin gehen und das als letzte Chance nutzen.“ Zum Ende meines 29. Lebensjahres kam die Mail der Produktionsfirma (lacht).

Welche Erinnerungen hast du an die Zeit bei DSDS?

Es war eine wahnsinnig emotionale Zeit, in der man viele Höhen und Tiefen durchlebt. Man steht ständig unter Strom und ist teils sehr angespannt. Wenn du weitergekommen bist, dann hast du extrem positive Emotionen gespürt. Man war immer „on fire“ und es gab viel Stress für Körper und Seele. Zusammenfassend kann ich aber nur Positives aus der Zeit ziehen und ich habe viel gelernt. Für mich war es schon ein kleines Karrieresprungbrett.

Du hast mit deiner Band Chillers Rock unter anderem am Förder- und Coaching-Projekt Bandfactory der LAG Rock teilgenommen – Was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?

Chillers Rock war meine erste, durch Eigeninitiative gegründete Band und wir gingen dabei in eine deutschsprachige Pop/ Rock-Richtung. Die Band war noch ganz jung, als wir durch Zufall an der Bandfactory teilnahmen. Wir konnten einiges mitnehmen, unter anderem, wie man sich gut auf der Bühne präsentiert oder wie Booking funktioniert. Letztendlich nimmt man immer etwas mit.

In diesem Jahr steuerst du deinen Song „Dein Wind“ zur Vierschanzentournee in Oberstdorf bei – Wie entstand diese Zusammenarbeit?

Ich habe diesen Song selbst geschrieben und wiedermal ist mir etwas wie eine glückliche Fügung passiert (lacht). Der Produzent der Vierschanzentournee rief mich an und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, einen Song für diese Veranstaltung zu machen. Man hatte bereits eine Grundidee, aber ließ mir die Freiheit, einen eigenen Flow einfließen zu lassen.

Es gab also keine konkreten Einschränkungen bei dieser Arbeit?

Gar nicht! Der Song entstand aus einer Melodie, die ich schon hatte, also musste noch ein Text her. Man arbeitet dabei auch mit Metaphern und ich habe versucht, den Song aus der Sicht eines Fans zu schreiben, der mit seinem Vorbild mitfiebert. Es ist ähnlich wie in der Musik, wenn der Erfolg eines Vorbildes dir ein positives Gefühl gibt. Das dazugehörige Musik-Video ist gerade erschienen und Ende Dezember werde ich den Song auch live in Oberstdorf spielen.

Du würdest also auch für Olympia oder andere große Events schreiben?

Wenn mich jemand fragt, dann auf jeden Fall (lacht). Wichtig ist mir nur, dass es bereits eine zündende Idee gibt; eine Eingebung – „Dein Wind“ entstand an einem Tag. Wenn es schon ein Konzept gibt, dann kann man damit an ein Thema herangehen. Ich glaube, dass man aus Leidenschaft immer mehr schafft, als unter Druck und dann auch zufriedener mit seiner Arbeit ist.

Wann bist du denn zufrieden mit deinem Schaffen?

Man findet immer noch etwas, dass man im Nachhinein vielleicht noch hätte ändern wollen (lacht) – nach Tagen, Monaten oder Jahren. Aber das kann man ja noch live auf der Bühne machen (lacht). Eine Grundzufriedenheit habe ich, wenn ich mich selbst mit einem Song identifizieren kann. Das ist mir wichtig. Der eigene Perfektionismus spielt dabei aber immer mit (lacht).

Welche Tipps kannst du jungen Nachwuchsmusikern geben?

Ich glaube, dass es immer wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und sich nicht zu verstellen. Man sollte den Leuten immer seine ehrliche Seite zeigen. Wenn man sich verstellt, weil man glaubt, dass es beim Publikum besser ankommt, dann ist das kein guter Weg.

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