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Ralf Sonnenberg organisiert als Eventmanager der Stadt Hannover zusammen mit seinem Team die unterschiedlichsten Events.

Sich messen und stetig lernen

Ein Interview mit Eventmanager Ralf Sonnenberg

07.04.2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Wenn die ganze Stadt auf den Beinen ist und zu Großveranstaltungen wie einem Marathon oder Kulturveranstaltungen unterwegs ist, dann ist die Arbeit des Teams um Ralf Sonnenberg erfolgreich verlaufen. Der Eventmanager der Stadt Hannover arbeitet zusammen mit seinen Kollegen dafür, dass der Veranstaltungskalender ganzjährig gut gefüllt ist. Mit der einzigen Deutschland-Show von Rapper Eminem tritt die Landeshauptstadt in diesem Jahr zusätzlich auf die Bildfläche großer Veranstaltungen. Wir trafen uns mit Ralf Sonnenberg zum Interview, um mehr über seine tägliche Arbeit, den Umgang mit Kritik und das „Auch mal Nein sagen“ zu sprechen.

Rockszene.de: Wie sind Sie zu Ihrer heutigen Tätigkeit gekommen?

Ralf Sonnenberg: Das war eher durch Zufall und nicht geplant, dass ich hier lande (lacht). Als 2006 die Fußball-Weltmeisterschaft stattfand, habe ich im Presseamt gearbeitet und damals schon angefangen, meinen Schwerpunkt auf Veranstaltungen zu legen. Außerdem war ich hier und da immer wieder mit Bands als Tourbegleiter unterwegs. Als Stephan Weil dann erstmals Oberbürgermeister der Stadt Hannover wurde, gab es die Idee, sämtliche Aufgaben, die innerhalb der Verwaltung mit Veranstaltungen zu tun haben in einer Abteilung zu konzentrieren. In einem kleinen Team, das vor allem durch den damaligen Büroleiter des Oberbürgermeisters, Klaus Timaeus unterstützt wurde, haben wir dann zu dritt mit der Arbeit begonnen und so das heutige Team bestehend aus rund 15 Mitarbeitern aufgebaut. Unser Aufgabenbereich umfasst dabei sowohl das Genehmigen von Veranstaltungen, als auch die Organisation solcher, die durch das Büro des Oberbürgermeisters veranstaltet werden.

Wie gehen Sie mit Kritik um?

Wir sind eine Genehmigungsbehörde und da liegt es in der Natur der Sache, dass man auch mal „Nein“ oder „Ja, aber …“ sagen muss. Im Grunde machen wir aber etwas, das Leuten Freude bereitet und somit kommt Kritik nicht so oft vor. Wir versuchen jedoch immer eine Lösung zu finden, mit der alle einverstanden sind. Bei höherer Gewalt können wir nichts machen, da gilt es dann konstruktiv zusammenzuarbeiten, wie beispielsweise beim Guns ’N Roses-Konzert. Da gibt es schon Momente, in denen man sich den Kopf zerbrechen und schnell entscheiden muss, aber ich empfinde es immer als spannend zu sehen, wohin der Diskurs geht; wie sich der Umgang mit verschiedenen Themen ändert und wie man sich mit allen Partnern weiterentwickelt. Wir arbeiten eng mit der Polizei und anderen Beteiligten zusammen und haben in Hannover Concerts, eichels Events oder unzähligen ehrenamtlichen Veranstaltern umtriebige und gute Veranstalter zur Zusammenarbeit gefunden. Hier ist die Kommunikation und der Austausch zwischen den Kommunen und diesen Partnern wichtig. Ich glaube, dass wir sehr schlanke und gut funktionierende Strukturen haben, da alle gut miteinander vernetzt sind.

Können Sie vor Veranstaltungen noch ruhig schlafen oder bereitet Ihnen das Kopfzerbrechen?

Schlaflose Nächte bereitet mir die Arbeit nicht (lacht). Wir sind natürlich schon konzentriert mit der Verantwortung befasst und immer sehr wach bei unserer Arbeit, aber nervös sind wir nicht. Zu Themen wie „Sicherheit“ oder „Projektarbeit“ schulen wir uns auch regelmäßig. Wir können auch oftmals auf bestehende Konzepte aufbauen, wenn sich beispielsweise Veranstaltungen jährlich wiederholen. Jeder im Team weiß, wo seine Rolle ist und so passiert das Ganze sehr unaufgeregt.

Wie ist eine Veranstaltung nach Ihren Maßstäben erfolgreich?

Zuerst mal müssen die Besucher glücklich nach Hause gehen. Wenn die Zielsetzung dann auch wirtschaftlich erfolgreich war, niemand zu Schaden gekommen ist und die gültigen Vorgaben eingehalten wurden, dann ist die Veranstaltung für mich erfolgreich verlaufen. Man kann Spitzenveranstaltungen nur durchführen, wenn man einen guten Unterbau hat; die Szene vor Ort also vielfältig ist. Das MusikZentrum, Béi Chéz Heinz, der Pavillon und all die weiteren Spielstätten tragen dazu bei, dass das funktioniert. Für Sportveranstaltungen sind dies die Vereine und der nicht-organisierte Breitensport.

Können Sie andere Veranstaltungen noch privat genießen und dabei abschalten?

Schon aus meinem persönlichen Interesse heraus beschäftige ich mich nicht nur mit der hiesigen Infrastruktur. Ich finde es auch wichtig, mal rauszukommen und sich mit anderen Kollegen auszutauschen. Die Aufgabe macht mir großen Spaß. Klar bin ich eine Führungsperson, aber wir sind ein Team und ich kann schon allein physisch nicht überall sein. Ich habe im letzten Jahr viele Veranstaltungen außerhalb gesehen; habe zum Beispiel den Hafengeburtstag in Hamburg besucht oder die Evakuierung bei Rock Am Ring miterlebt. Daraus kann man wichtige Erkenntnisse ziehen und Fortschritte ableiten. Ich denke, dass man nicht nur aus den eigenen Fehlern lernen sollte, sondern auch daraus, was andere richtig machen.

Was für Wünsche und Ziele haben Sie für die kommende Zeit?

Im Moment wünsche ich mir nichts, da der Veranstaltungskalender gut gefüllt ist. Ich denke, dass wir uns da auch gegenüber großen Städten wie Hamburg, Berlin, Köln oder München selbstbewusst und gut vergleichen können.

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