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The Esprits sprachen im Interview mit uns unter anderem über die Generation "digital natives", ihre anstehende Clubtour und Rituale vor der Show.

Kein Bock auf Darstellerei

Im Interview mit The Esprits

27.09.2017, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Promo-/Spider Promotion

Seit 2012 sind die vier jungen Männer von The Esprits auf den Bühnen der Republik unterwegs. Über 200 Shows spielte das Quartett und nach dem gelungenen Festivalsommer warten nun die Clubs auf ihre „Stay A Rebel“-Tour. Erste Termine sind bereits ausverkauft, das neue Album im Horus Studio produziert und weitere Ziele für die Zukunft gesteckt. Was die vier „digital natives“ ausmacht und was sie von gewonnenen Bandcontests mitnehmen, darüber sprachen wir mit The Esprits im Interview kurz vor ihrem Auftritt beim Rock im Schloss-Festival in Bad Pyrmont.

Rockszene: Ihr gehört der Generation „digital natives“ an – Wie beeinflusst das eure Musik und eure Arbeit rund um die Band?

The Esprits: Wir genießen es, mit unseren Fans so nah zu sein und mit ihnen zu kommunizieren. Es kann nerven oder Spaß machen, immer einen Post machen zu müssen (lachen). Generell versuchen wir, Sachen auch kritisch zu sehen, da es viel Darstellerei von Dingen gibt, die gar nicht da sind oder verzerrt werden, um schöner und dünner zu sein, als man es tatsächlich ist. Man muss das immer kritisch hinterfragen und das haben wir in unseren Texten auf der neuen Platte genau gemacht.

Ihr habt Bandcontests bestritten und gewonnen – Wie hat euch das geholfen?

In gewisser Weise kann sowas auch ein Hindernis sein. Man lernt viel über Schaumschläger und wir sind in einige Fettnäpfchen getreten. Für junge Bands sind solche Contest aber gut, da es sehr wichtig ist, zu spielen. Es ist ja schwierig, Gigs zu bekommen und da bietet sowas viele Möglichkeiten. Durch die zusätzlichen Bands beim Contest wurde es zum ersten Mal richtig voll, da nicht nur die eigenen, sondern auch die Eltern und Freunde der anderen Bands da waren (lachen). Es kommt dann auf einen selbst an, ob man aus dem Gewinn etwas macht. Die wirklich großen Schritte macht man aber abseits von sowas.

Welche Tipps könnt ihr jungen Bands also geben?

Spannt eure Ohren und eure Augen auf und beobachtet alles von anderen Bands, die größer sind als ihr selbst. Die Vorbereitung und Routine machen ganz viel aus. Wir stehen heute noch nach unserem Konzert an der Bühne und sehen uns die anderen Bands an. Man kann immer etwas mitnehmen. Zusammenfassend raten wir viel zu spielen und zu schauen, wie es Bands machen, die weiter sind als man selbst. Dabei geht es nicht darum, sich Sachen abzugucken oder zu kopieren. Aber man kommt in andere Sphären und muss sehen, dass es viel Arbeit ist .

Was für Rituale habt ihr?

Es ist ein komisches Gefühl, wenn man am Konzerttag aufsteht und weiß, dass abends der Baum brennt und die Bude voll wird. Wenn wir beispielsweise in Nürnberg spielen, dann gehen wir natürlich da raus und geben alles, aber wir haben nichts zu verlieren. Wenn du aber weißt, dass 200 Leute nur wegen dir kommen und all deine Songs mitsingen können, dann ist der Druck größer. Das ist eine fiese Mischung aus Druck und Motivation (lachen). Rituale haben wir dann vor allem am Konzerttag selbst und sie geben dem ganzen eine Struktur. Man könnte schon fast den gesamten Tag als Ritual bezeichnen. Wenn man solch einen Ablaufplan im Bachgefühl hat, dann gibt das Sicherheit und ein zu-Hause-Gefühl. Dass wir zusammen essen und vorher ein Lied singen ist für uns Gesetz. Das mag für eine Rockband vielleicht bescheuert klingen, aber das gibt das Teamgefühl.

Worauf legt ihr beim Songschreiben und seiner Produktion besonderen Wert? Was inspiriert euch?

Wir wollen so schreiben, dass es textlich von einem selbst kommt. Wir wollen über Sachen schreiben, die uns stören oder die wir cool finden. Aber was uns wirklich nervt, ist diese ganze Pop-Scheiße, die niemand erlebt hat. Diese Songs haben alle die gleiche Aussage und keinen Wert, sondern sind nur für das Radio gemacht. Mit sowas verarscht man die Zuschauer und sich selbst. Wir versuchen da auszubrechen und Experimente zu wagen. Unsere Songs klingen immer nach uns. Wir haben Bock etwas zu erzählen, hinter dem wir auch stehen. Hoffentlich kommen wir irgendwann an den Punkt, an dem man sagt: „Nimm deine Akustik-Gitarre und verpiss dich!“. In diesem Game wollen wir nicht mitspielen.

Ihr habt eurer aktuelles Album im Horus Studio produziert – Wie sieht ein typischer Studiotag aus und warum habt ihr das Horus Studio ausgewählt?

Wir haben bereits unsere erste Platte im Horus Studio aufgenommen und uns dort sehr wohl gefühlt. Wir haben dort das Gefühl, verstanden zu werden und man weiß, was in den Songs passieren muss. Ein typischer Studiotag beginnt bei uns meist um neun Uhr morgens mit einem Kaffee und einer Zigarette und ab dann -bis 22 oder 23 Uhr- wird durchgehend aufgenommen (lachen). In den letzten Wochen hieß es eigentlich immer nur: Arbeit – Studio – Bett. Zwar nimmt immer nur einer auf, aber wir sind immer alle im Studio und geben unseren Senf dazu (lachen). Es ist toll, wenn man merkt, was aus einer Idee wird. Da sitzt man im Studio und hört 70 oder 80 Prozent einer anfangs kleinen Idee. Es mag etwas kitschig klingen, aber es gibt diese Magie, die im Studio entsteht, wenn der Song immer mehr Form annimmt. Es ist auch für alle klar, dass der, der gerade aufnimmt, mit Samthandschuhen angefasst wird, da man zu Höchstleistungen gezwungen ist. Zur Unterstützung sitzt immer noch jemand von uns in der Regie und unterstützt, indem man alles holt, was gebraucht wird oder man pusht und sagt, dass das, was eben geleistet wurde mega geil war.

Was kann man von eurem neuen Album erwarten?

Wir haben in jedem Fall unser bestmögliches gegeben und uns den Arsch dafür aufgerissen (lachen). Wir sind kritischer und mutiger geworden. Natürlich sind wir bei unserem Album „Stay A Rebel“ auch Dingen aus dem Weg gegangen, da das für ein Debüt unangebracht gewesen wäre. Die neue Platte trifft manchmal uns und manchmal den Hörer, was aber nicht heißt, dass wir uns und den Hörer nicht auch abfeiern. Es gibt auf jeden Fall viel mehr „Brett ins Gesicht“(lachen).

Was sind eure kurz- und langfristigen Ziele?

Heute wollen wir ein schönes Konzert spielen uns Spaß haben und langfristig eine weitere gute Platte produzieren. Wir sind froh darüber, wie es gerade läuft und wenn es jeden Tag weitergeht wie heute, dann ist es gut.

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