Bildrechte: Marina Hlubek

Ein Bild aus der Vor-Corona-Zeit: Techniker der Firmen BRS Rental Service und Stage Light Hannover bereiten eine Videoproduktion für die Band Thomsen im Theater am Aegi vor.

Für die Rettung der Veranstaltungswirtschaft

„Alarmstufe Rot!“-Demo heute Mittag in Hannover

12. August 2020, Von: Redaktion, Foto(s): Martina Hlubek

„Die Virus-Pandemie hat vor allem die (…)-Branche hart getroffen“ – Diese Feststellung hat man bei Anmoderationen in Medien in den letzten Wochen und Monaten sehr oft gehört. „Hart getroffen“ nutzte sich dabei schon als allgemein gültige Floskel ab. Die Rede war oft von verschiedenen Branchen, die seit einiger Zeit wieder langsam und teilweise sicher wieder anlaufen. Nahezu Stillstand herrscht weiterhin weitestgehend in der Veranstaltungsbranche, vor allem bei Firmen der Veranstaltungstechnik. Die Initiative „Alarmstufe Rot!“ startet am heutigen Mittag um 11.30 Uhr auch einen Demonstrationszug in Hannover um Hilfen für die Branche und Dialoge mit der Politik einzufordern.

Wo es keine Konzerte, Festivals, Tourneen oder Messen gibt, sind Veranstaltungstechniker ohne Arbeit, Firmen für Veranstaltungstechnik ohne Aufträge. Das geht in großem Maße seit Mitte März so und ein Wiedereinstieg in das Geschäft mit einem Vor-Corona-Volumen scheint in perspektivlos weiter Ferne zu liegen. Kleine Aufträge, die sich durch vorsichtige pandemie-gerechte Mini-Konzerte derzeit generieren, werden aus der Branche heraus als höchstens Tropfen auf heiße Steine bewertet.

Ähnlich ist die Situation bei Konzert-, Tournee-und Eventagenturen, angeschlossenen Dienstleistern, in Clubs, Kulturzentren und Spielstätten.

Die Veranstaltungsbranche hat es nicht „hart getroffen“, es geht nicht darum, sich über ein schlechtes Geschäftsjahr zu ärgern, gegebenenfalls über rote Zahlen am Jahresende, die sich 2021 wieder ausgleichen lassen. Die Branche liegt fast schon erschlagen danieder, lebensbedrohlich verletzt. Es sei „5 nach 12“ ist immer wieder zu hören und zu lesen.  Hilfe und Rettung aus der Gesellschaft und Politik sind aktuell offenbar nicht in ausreichender Form in Sicht.

Düstere Bilder von bevorstehender Pleitewelle und Massenarbeitslosigkeit

Insider malen düstere Bilder von einer riesigen Pleitewelle und Massenarbeitslosigkeit, spätestens zum Herbst hin. Das klingt für manch Außenstehende auch plausibel, denn gerade in der Konzertbranche Rock-und Pop bahnt sich ein Wiedereinstieg eher für den Herbst als für das Frühjahr 2021 an. Ob große Sommerfestivals 2021 wieder stattfinden können, und in welcher Form, scheint derzeit auch nicht gesichert. Sie sind zumindest angekündigt und im Vorverkauf.

Wenn es dann tatsächlich erst Herbst 2021 werden würde, wäre das ist in mehr als einem Jahr und würde für einige Firmen und viele in der Branche beschäftigte Freelancer und Solo-Selbstständige rund anderthalb Jahre fast vollständige Einnahmeausfälle bedeuten. Anderthalb Jahre ohne richtige Aufträge und Einnahmen – welcher Branche geht es ähnlich schlecht? Welche Branche kann so lange überleben?

Heute in Hannover Demo vom Schützenplatz in Richtung Landtag

Die Veranstaltungsbranche und viele Veranstaltungstechnikfirmen haben in den vergangenen Wochen mit eher stillen Sichtbarkeitsaktionen wie Beleuchtungsinstallationen auf sich und ihre sehr besondere Problemsituation aufmerksam gemacht, nun wird es offensichtlich Zeit, richtig Gesicht zu zeigen, auf die Straße zu gehen, laut zu werden, zu demonstrieren.

Die Initiative „Alarmstufe Rot!“ in der sich Firmen und Einzelpersonen der Veranstaltungs-und Veranstaltungstechnik-Branche zusammenschließen will nun deutschlandweit demonstrieren. In Hannover soll das ab heute jeden Mittwoch passieren. Immer um 12.05 Uhr („5 nach 12“) soll es am Platz der Göttinger Sieben, direkt am Niedersächsischen Landtag, eine Kundgebung geben. Die Demonstrierenden wollen Hilfe für die Veranstaltungswirtschaft und einen Rettungsdialog mit der Politik einfordern. Zur gleichen Zeit soll es auch in anderen Landeshauptstädten entsprechend demonstriert werden.

Weitere Details zur heutigen Demonstration in Hannover findet man in der Facebook-Veranstaltung. Mehr auch zu den Forderungen und Zielen über den Link unten in der Infobox.


INFO-BOX

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