Bildrechte: Jeff Kahra

Großes Spektakel: KISS Anfang Juni auf der Expo-Plaza in Hannover.

Der Rockszene.de – Jahresrückblick 2019 Teil 2

Viele kleine und große Konzerte im April, Mai und Juni

29. Dezember 2019, Von: Redaktion, Foto(s): Jeff Kahra (1) /2 - 6 s.Gal.

Gefühlt haben wir in der ersten Hälfte 2019 über mehr Konzerte berichtet, als in den Vorjahren. Es stand auch einiges auf dem Zettel: Nitrofest, Punk In Drublic auf der Faustwiese, KISS, Grailknights, Dave Hause & The Mermaid, Stick To Your Guns, die Fête de la Musique inklusive der 30666 Metal Stage, Joe Jackson, Haken und noch viel mehr. Beim Open-Air von KISS im Juni auf der Expo-Plaza kam es noch zu einer schönen und auch lustigen Begegnung zwischen unserem Fotografen, Scorpions-Sänger Klaus Meine und „Fernseh-Koch“ Tim Mälzer. Es gab auch viele Alben zu rezensieren und Interviews zu führen, abgesehen vom Redaktionsalltag.

April 2019

Ein fester Termin in Hannovers Konzertkalender für alle Hardrock-und Rock´n´Roll-Fans ist im Frühling das Nitrofest. 400 strömen Anfang April ins MusikZentrum, darunter viele „männliche Rock´n´Roll best-ager“, wie es unser Konzertbericht formuliert. Diese, sowie auch viele jüngere und auch weibliche Fans, haben bei den Shows von Nitrogods, The Carburetors, V8 Wankers und Motorblock jede Menge Spaß und Drumherum ebenso.

Das Centrum am Lindener Marktplatz entpuppt sich beim Konzert des schwedischen Sängers, Gitarristen und Songschreibers Meadows als exzellente Spielstätte für akustische Shows. Der Laden ist ausverkauft und Pianistin, Sängerin und Komponistin Anna Bergler spielt ein beeindruckendes Konzert im Vorprogramm. Wenig später wird sie unter ihrem neuen Künstlernamen She Phoenix aktiv und erfolgreich sein.

Hardcore im Pavillon am Raschplatz. Wir präsentieren die Show von Stick To Your Guns, Nasty und Get The Shot. Rund 800 Fans gehen teils steil, wie man so schön sagt. „Das ist Familie“, fasst der Sänger von Nasty die Atmosphäre zusammen.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Jeff Kahra (1) /2 - 6 s.Gal.
 Es ist mal Zeit für ein Treffen und ein Interview mit Organisatoren im Kulturzentrum Faust. Das „Punk In Drublic“-Festival steht vor der Tür und das soll noch größer werden als das „NOFX & Friends“-Open-Air an gleicher Stelle, bei dem es 2016 teilweise zu organisatorischen Engpässen kam. „Wir wollen die Organisation viel besser machen“, versprechen Benjamin Stolte und Jörg Smotlacha von der Faust und das soll Anfang Mai auch tatsächlich gelingen. Unabhängig davon sind generell Lärm und Anwohnerbeschwerden rund um Veranstaltungen im Kulturzentrum Themen in Linden Nord. Was die Faust unter anderem in puncto Lärmschutz unternimmt und noch vorhat, erfahren wir im Interview ebenfalls.

Dave Hause hat sein Album „Kick“ fertig gestellt und veröffentlicht. Im Zuge der Europatournee mit seiner Band The Mermaid spielt er Ende des Monats im Béi Chéz Heinz. Cadet Carter und Kayleigh Goldsworthy bestreiten das Vorprogramm. Für Kayleigh Goldsworthy wird 2019 ein sehr erfolgreiches, abwechslungsreiches, arbeitsreiches und glückliches Jahr mit mehr als 160 Konzerten. Mehr als 200 Tage ist sie in diesem Jahr unterwegs: Als Solo-Künstlerin spielt sie mehrere Touren, darunter eine ausgedehnte als special guest von Frank Turner. Außerdem als Keyboarderin, Sängerin und teils Violistin unter anderem bei Dave Hause And The Mermaid und dem My-Chemical-Romance-Musiker Frank Iero und seiner Band The Future Violents.

Mai 2019

Es kommt leider mal vor, dass Konzerte abgesagt werden, respektive werden müssen, weil abzusehen ist, dass zu wenig Besucher erscheinen werden, damit eine Show für alle Beteiligten zumindest kostendeckend ist. In offiziellen Statements ist dann oft von „produktionstechnischen“ oder „organisatorischen Gründen“ die Rede. Die Berliner Band Vögel Die Erde Essen geht mit der Thematik ungeschminkt und ehrlich um und sagt offen, was Sache ist, warum sie einige Konzerte ihrer Tour streichen muss und auch am 22. Mai nicht in Hannover im LUX auftreten kann. Respekt und vielleicht klappt es ein anderes Mal.

Rockszene.de-Extra-Ausgabe am Sonntag, dem 5. Mai. Der Grund: Am Vorabend, am Samstag, dem 4. Mai gab es zwei sehr bemerkenswerte Konzert-und Festival-Ereignisse in Hannover, über die wir am Sonntag ausführlich berichten: Die Superhero-Metal-Band Grailknights schlägt im Rahmen des „The Great VHS Video Battle“ im ausverkauften MusikZentrum erneut ihren ewigen Widersacher Dr. Skull und dessen Gefolge. Eine musikalisch wie showtechnisch sehr beeindruckende Veranstaltung. Auf der Faustwiese finden sich 6900 Punkrock-Fans zum „Punk in Drublic“-Open-Air-Festival ein. Das Line-Up ist äußerst namhaft und attraktiv, die Stimmung ist gut bis ausgelassen, die Organisation klappt. Auf der Bühne sorgen die Bands NOFX, Bad Religion, Lagwaggon, Anti-Flag, Less Than Jake, The Real McKenzies, Get Dead und The Bombpops für Punk-Rock-Party-Flair.

Wenn eine Band einen Auftritt absagen muss, dann findet sich dann und wann eine andere Band, die einspringt, und wenn diese sich erst gründen muss. So geschehen ebenfalls am 4. Mai, als die Frogg Riders im Frosch in Hannover-Limmer zu einem „Acoustic-Jam-Konzert“ antreten. Die Frogg Riders bestehen aus Mitgliedern von Bands wie Hard ´n Blue, 4 Nations und der Celtic-Folk-Band Three More Pints. Wenige Tage vor der Show gab es aber immerhin noch eine Probe.

Über dreieinhalb Stunden konnte man sich ausklinken und vergessen, was sich draußen vor der Realität abspielte, beschreibt unser Artikel unter anderem die Atmosphäre beim Konzert der Bands Monkey3 und Colour Haze im MusikZentrum. Die Anwesenden sehen und hören intensive Darbietungen im Umfeld von Psychedelic-, Stoner-und stellenweise Progressive Rock.

Mit Jeremias geht eine junge Funk-Pop-Band aus Hannover ihren nächsten und wichtigen Karriereschritt. In den Berliner Hansa Studios nehmen Jeremias unter der Regie von Tim Tautorat, zu dessen Referenzen Arbeiten für unter anderem AnnenMayKantereit, Faber und OK Kid zählen, ihre Debüt-EP auf. Im Mai 2019 promotet man die Video-Single „Alles“. Der Konzert-und Tourneeveranstalter Selective Artists hat Jeremias unter Vertrag und kümmert sich um Shows. In Hannover werden Jeremias später das LUX ausverkaufen und gehen noch später, im Februar 2020, einen Club höher und planen ein Konzert im MusikZentrum.

Die Punkrock-Band Donots feiert ihr 25-jähriges Bandbestehen. Für Mitte Juli wird die Jubiläums-CD „Silverhochzeit“ angekündigt. Lisa Eimermacher hat Donots-Sänger Ingo zu einem mal wieder ausführlichen, unterhaltsamen und informativen Interview an der Strippe. The Toy Dolls gibt es bereits seit 40 Jahren. Die britische Band steht für Punk mit Spaß und kabarettistischen Zügen. Für den Herbst kündigen The Toy Dolls ihren Deutschlandbesuch an.

Eine wilde Fahrt in der 60er-Jahre-Halle des Kulturzentrums Faust. Motorpsycho spielen ein Konzert mit Songs aus 30 Jahren Bandgeschichte, gewohnt im leicht improvisierten Jam-Modus, präsentiert von unserem Magazin.

„Garden Party“ war ein großer Funk-Pop-Klassiker der 1980er-Jahre. Die dazugehörige Band Mezzoforte spielt Ende Mai beim Himmelfahrts-Jazz-Open-Air auf dem Trammplatz vor dem Rathaus.

Juni 2019

Von einer offiziellen The-Tubes-Tribute-Band hatte man bislang in Europa kaum etwas gehört. In Hannover covern The Wild Men Of Wongo voller Leidenschaft und ziemlich gekonnt The-Tubes-Klassiker wie „White Punk On Dope“. Ihre The-Tubes-Tribute-Show im August auf der Kulturbühne des Fährmannsfestes soll ein Erfolg werden.

Die digitale Welt und klassische Musik miteinander verbinden, das ist das Ziel eines Teams des MusikZentrums, der Staatsoper und der Landeshauptstadt Hannover. Zusammen mit 100 Jugendlichen realisiert man „Unterwelt“ als „App-Oper“. Die Musik wird innovativ mithilfe von Apps an Tabletts erzeugt.

Am 5. Juni besucht die US-amerikanische Glam-/Hardrock-Band KISS im Verlauf ihrer Abschiedstour Hannover. Auf der Expo-Plaza wird überdurchschnittlich viel Reizvolles geboten: Im Vorprogramm porträtiert Action-Painter David Garibaldi Rock-Ikonen in Windeseile. KISS selbst liefern ein Show-Spektakel wie man es für ihre Verhältnisse kaum besser erwarten könnte. Zu Hits und Hymnen wie „Detroit Rock City“, „Shout It Out Loud“, „I Was Made For Lovin´ You” oder „Crazy, Crazy Nights” knallen Böller, zischt Feuerwerk, Rauchsäulen und Konfetti schießen in die Höhe, sehr zu Begeisterung der rund 12.000 Besucher.

Eine kleine Anekdote am Rande: Unser Fotograf trifft im Verlauf der Show Scorpions-Sänger Klaus Meine vor der Bühne und fragt nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto. Ein jüngerer, dunkelhaariger Mann in unmittelbarer Nähe erklärt sich bereit, dieses Foto zu machen und fragt unseren Fotografen im Anschluss, ob es auch noch ein Erinnerungsfoto mit ihm selbst sein darf. Unser Fotograf lehnt freundlich dankend ab, obwohl ihm der Mann schon irgendwie bekannt vorkommt. Erst später fällt ihm ein, dass es „Fernseh-Koch“ Tim Mälzer war, der das Foto von ihm und Klaus Meine geschossen hatte.

Überraschend kurz, aber sehr intensiv fällt das Konzert der jungen französischen Band Lysistrata im LUX aus. Nur knapp 45 Minuten drückt die Band ihren Soundmix aus Post-Hardcore, Post-Rock, Noise-Rock, Math-Rock und Indie-Rock in den Club am Schwarzen Bären und hinterlässt ein begeistertes Publikum, ohne allerdings eine gewünschte Zugabe zu spielen. Die Band ist augenscheinlich sehr selbstfixiert und macht, was sie will. Für einige ist das hier zu wenig, für andere ein rundum gelungenes Konzert, bei dem alles passt.

Die hannoversche Punk-und New-Wave-Szene war Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger äußerst vital und brachte deutschlandweit erfolgreiche Bands hervor. Fast 40 Jahre nach der Erstveröffentlichung von „80 Tage auf See“ bringt das junge Label Rockers Records das einst über No Fun erschienene Debütalbum von Der Moderne Man erneut als Vinyl-Schallplatte auf den Markt.

Fête de la Musique 2019 am 21. Juni: Die LAG Rock in Niedersachsen übernimmt erstmals eine kleine Bühne am Ballhofcafé. Semi-akustische Konzerte sind hier gewünscht und vor zumeist sehr reichlich Publikum spielen die Acts Tom Schreibers Blume, Minuspool, Cruise, Lighthouse Down, Cat The Fox, leikhome, Anna Bergler und Johannes Wirth. Letzterer hat hier mit Leon Buche einen verhältnismäßig prominenten Pianisten in der Band.

Während Tobias Lehmann für Rockszene.de traditionell einen Rundgang über die Fête de la Musique für seinen Konzertbericht macht, beobachtet Heiko Mohr gezielt und intensiv, was auf der 30666 Metal-Stage am Schillerdenkmal und hinter den Kulissen passiert. Für sein Fête-de-la-Musique-Special spricht er zudem mit Musikern, Organisatoren und Technikern.

Musik aus vier Dekaden seiner Karriere präsentiert der Sänger, Pianist und Komponist Joe Jackson vor 900 Besuchern im Theater am Aegi. „(…) Mit einer guten Portion Fantasie konnte man in den zwei Stunden des Konzerts das Gefühl bekommen, die Songs von Joe Jackson böten das akustische Ambiente für eine erlebnisreiche Fahrt über viele hundert, vielleicht mehr als 1000 Kilometer. Von Norden nach Süden und zurück. Im Zeitraffer. Die ganze Nacht hindurch, bis weit in den nächsten Tag (…)“, heißt es dazu in einer Passage unseres Konzertberichts.

Eine ganz andere Musikfarbe als der Jazz-Latin-Pop-New-Wave-Mix von Joe Jackson sind Art-Core und Progressive Metal. Den gibt es mit voller Wucht am 30. Juni im MusikZentrum. Wir präsentieren das Konzert von Haken, zu dem kurzfristig The Hirsch Effekt als special guest geladen werden.

Im zweiten Quartal hatten wir auch wieder die Ehre, einige ausgesuchte Alben für unsere Rubrik „Gehört und Gesehen“ zu rezensieren. Mit dabei sind die aktuellen Veröffentlichungen von Bands und Einzelkünstlern wie Saltatio Mortis, Flo Mega, Don Felder, Dave Hause, Schandmaul, Magistarium, The Get Up Kids, Tag/Ohne/Schatten, Fortuna Ehrenfeld, Myrath, Stray Cats, Alex Mofa Gang und Hollywood Vampires.


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