Bildrechte: Charlie Engman

Sleater-Kinney zählen zur Speerspitze der Riot Grrrl-Bewegung.

„Jeder Song ein Miniaturplanet“

Sleater-Kinney mit neuem Material im August

26. Juni 2019, Von: Redaktion, Foto(s): Charlie Engman

Anfang der 90er entstand rund um die US-amerikanische Stadt Olympia im Bundesstaat Washington eine feministische Punkbewegung, die sich Riot Grrrl nannte. Mitten in dieser Aufbruchstimmung, in der viele neue Bands entstanden, gründete sich auch das Trio Sleater-Kinney. Seit 1994 ist die Formation unterwegs um Werte wie Gleichberechtigung und künstlerische Verwirklichung von Frauen und Männern musikalisch zu verteidigen. Im August veröffentlichen Sleater-Kinney ein neues Album, das ihrem Kampf als Teil der Riot Grrl-Bewegung gerecht werden soll.

Gegründet wurden Sleater-Kinney von Corin Tucker und Carrie Brownstein, die vorher beide als Teil einer Riot Grrl-Band auf den Bühnen rund um Olympia unterwegs waren. Während Brownstein Gitarristin und Sängerin der Queercore-Band Excuse Seventeen war, übernahm Tucker dieselbe Funktion in der Band Heavens to Betsy. 1994 schlossen sich die beiden dann zusammen um Sleater-Kinney ins Leben zu rufen. Ihr ungewöhnlicher Name leitet sich von der Sleater Kinney Road in Lacey, einem Vorort von Olympia, ab. Dort befand sich ihr erster Proberaum.

Den ersten offiziellen Weg aus dem Proberaum schaffte das Trio nur ein Jahr später. Mit Lora Macfarlane am Schlagzeug veröffentlichten sie ihr erstes Studioalbum. Es trug den Titel „Sleater-Kinney“ und enthielt zehn Songs, darunter auch „Be Yr Mama“ und „A Real Man“. Trotz der guten Kritiken bleib das Album aber im der Untergrundszene rund um Olympia verhaftet. Bis zum März 1996 verkaufte sich „Sleater-Kinney“, laut Corin Tucker, insgesamt nur 1000 Mal.

Den großen Durchbruch schafften Sleater-Kinney mit „Dig Me Out“. Das 1997 erschienene, dritte Studioalbum wurde sofort nach der Veröffentlichung von Musikfans und Kritikern für seine Energie und die feministischen Texte gelobt und kam später, im Jahr 2003, in der Liste „The 500 Greatest Albums of All Time“ des Rolling Stone auf Platz 272. Es war nicht nur ihr Durchbruch, sondern auch das erste Album mit der Schlagzeugerin Janet Weiss, die bis heute Mitglied des Trios ist.

Bis zu ihrer zwischenzeitlichen Auflösung im Jahr 2006 brachten Sleater-Kinney vier weitere Alben heraus. Es dauerte bis 2014 ehe sich das Trio wieder zusammenfand und ein Jahr später ihr Album „No Cities to Love“ veröffentlichte. Im August diesen Jahres soll mit „The Center Won't Hold“ ihr neuntes Studioalbum folgen.

Dieses Jahr feiern Sleater-Kinney ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum in der jetzigen Besetzung und wollen daher ein besonderes Album abliefern. „Jeder Song ein Miniaturplanet. Und jeder dieser Planeten gehorcht seinen eigenen Regeln der Physik – seinen eigenen Klängen. Jeder Planet unterliegt neuen Gesetzen der Physik, neuen Klängen. Terror regiert, aber am Ende siegt immer die Freude. Und – man kann es erraten – sie ist catchy. Unnötig zu erwähnen, dass neue kosmische Schöpfungen auch ungewohnte Mittel und Methoden erfordern“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung.

Zusammen mit der Produzentin Annie Clark sind insgesamt 11 Titel entstanden, die diesen Maßstäben entsprechen sollen. Und auch inhaltlich wird die Platte „von Dualitäten und Widersprüchen durchzogen sein“, kann man weiter lesen. Sie soll sowohl politische, als auch persönliche Themen ansprechen und immer wieder mit Konventionen brechen, vor allem aber mit Geschlechterklischees.

Am 16. August erscheint ihr nunmehr neuntes Album „The Center Won't Hold“. Die ersten Songs „Hurry On Home“ und „The Future Is Here“ kann schon jetzt hören. Neben ihrem Album haben Sleater-Kinney auch zwei Deutschlandkonzerte für den Februar 2020 angekündigt. Am 18. Februar spielen sie im Astra in Berlin um am 22. Februar im Frankfurter Batschkapp.

Mehr Informationen zu Sleater-Kinney, dem neuen Album und ihren Konzerten gibt es über die Links in der Infobox.


INFO-BOX

Links
externer Link www.sleater-kinney.com
externer Link www.facebook.com/SleaterKinney

Tools
Drucken Artikel drucken (PDF) An Redaktion E-Mail an Redaktion


Ähnliche Artikel

- - -

Zur Startseite