Bildrechte: Lisa Eimermacher

Mit Blick nach vorne: Nathan Gray bei seiner Show im MusikZentrum.

Ein sicherer Ort

Nathan Gray spielte eine Solo-Show im MusikZentrum

13. März 2019, Von: Lisa Eimermacher, Foto(s): Lisa Eimermacher

Gefühlvoll und ergreifend. Mit diesen Worten lässt sich der gestrige Konzertabend mit Nathan Gray recht gut beschreiben. An seiner Seite spielten die Cellistin Isabelle Klemt und der Sisters of Mercy-Gitarrist Ben Christo. Die Show im MusikZentrum in Hannover wurde von unserem Online-Magazin präsentiert.

Eröffnet wird der stimmungsvolle Abend von Norbert Buchmacher und seiner Band. Pünktlich gegen 21 Uhr betritt Nathan Gray, der vor allem als Frontmann der Post- Hardcore-Band Boysetsfire bekannt ist, die Bühne. Seit einiger Zeit ist er neben seiner Band auch mit seinem Soloprogramm unterwegs. Im vergangenen Jahr ist bei seiner Solo-Tour ein Live-Album als Doppel-CD/DVD-Veröffentlichung entstanden, welches Anfang Februar erschienen ist. Neben Material aus seinem Solo-Projekt präsentiert der Musiker auch Songs von Boysetsfire und The Casting Out.

Doch trotz Soloprojekt ist er auf der Bühne nicht allein. In atmosphärisches Licht und Nebel gehüllt, wird er von Ben Christo an der Gitarre und Isabelle Klemt am Cello begleitet. Bereits bei der Tour im vergangenen Jahr waren sie dabei. Die drei sind ein eingespieltes Team. Nicht nur, um sich beim Spielen aufeinander abzustimmen, behält Isabelle Klemt ihre Kollegen und Freunde im Auge. Teils scheint es so, als achte sie besonders an sehr emotionalen Stellen auf Nathans Gefühlzustand. Und auch Ben Christo singt die Texte seines langjährigen Freundes mit beinahe so viel Überzeugung und Hingabe mit wie jener selbst.

Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Lisa Eimermacher

Oft fällt es schwer, in Nathan Grays vor Schmerz verzerrtes Gesicht zu blicken, wenn er sein Innerstes durch seine Lieder teilt.

Die Gefühle, welche Nathan Gray nach außen trägt, nehmen den Raum ein und ziehen seine Zuhörer in den Bann. In ruhigeren Momenten lauscht das Publikum so gebannt und konzentriert, dass man fast eine Stecknadel fallen hören könnte. Hier und da hört man neben sich im dunklen Zuschauerraum vereinzelte Stimmen, die Nathans Worte widerhallen lassen. Paare halten sich den in den Armen und schunkeln leicht.

Seine Shows sollen ein sicherer Ort sein, betont der Sänger und Gitarrist, wie er bereits im ausführlichen Interview mit unserem Online-Magazin vor einigen Wochen erwähnte. Neben Neuigkeiten zu seiner Musik, solo und auch mit seiner Band Boysetsfire, teilte der Künstler im Gespräch außerdem sehr persönliche Einblicke in schwierige Themen aus seiner Vergangenheit.

Im Vergleich zu seinen vorherigen Konzerten, legt der Künstler an diesem Abend den Fokus vorrangig auf die Musik und reduziert die Ansagen zwischen den Songs. Seine Message kommt dennoch nicht zu kurz. Nathan Gray appelliert für mehr Liebe und Empathie, um gegen Angst und Hass anzukämpfen. Aufgrund des schweren Gewichts und der emotionalen Tiefe der Inhalte, die Nathan Gray besingt, beschleicht den Zuhörer manchmal ein bedrückendes Gefühl. Aber das Ganze hat auch etwas Befreiendes.

Doch es bleibt nicht nur ernst an diesem Abend. Ziemlich spontan hatte das Trio einen weiteren Song von einem anderen seiner Projekte in das Set aufgenommen. Bei allen drei Malen - dieser Abend ist keine Ausnahme - war Nathan derjenige, der sich verspielt. „Ausgerechnet, der Typ, der IN DER BAND ist!“, lacht der Musiker und das MusikZentrum lacht mit ihm. Ein Volltreffer; der kleine Patzer.

Über das fröhlich klingende Stück „Quixote‘s Last Ride“ von The Casting Out hat der Sänger eine Geschichte parat. „Als ich das Lied schrieb, war ich kurz davor, mir das Leben zu nehmen“. Der Song war wie eine Art Therapie für ihn: „Heilung durch Musik“ nennt er es selbst. Das sei das Schöne an Musik. Auch wenn man selbst keine Musik mache, könne man von einem Fremden, von dessen Lied man berührt wird, so gerettet werden.


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