Schwerverletzter im Moshpit

Machine Head brechen Konzert ab

15. Mai 2018, Von: Redaktion

Die sehr populäre US-Metalband Machine Head hat nach einem schweren Zwischenfall im Zuschauerraum ihr Konzert am vergangenen Sonntag im britischen Southampton abgebrochen. Ein Besucher wurde im so genannten Moshpit schwer verletzt und war offenbar längere Zeit bewusstlos. Nach Schilderungen des Machine-Head-Sängers und Gitarristen Robert Flynn, der sich in einem Post auf der Facebook-Präsenz der Gruppe auch auf mehrere Zeugenaussagen beruft, sei der Besucher von einem anderem hochgehoben und mit dem Kopf auf den Boden geschleudert worden. Die Band brach das Konzert schließlich ab, nachdem sie die Show zuvor bereits viermal unterbrochen hatte.

Das wilde Pogen in Moshpits gehört für einige Fans im Punkrock, Hardcore und einigen Spielarten des Metal untrennbar zu einem „erfolgreichen“ und „stimmungsvollen“ Konzerterlebnis. Dass das Rempeln, das von Show zu Show und Publikum zu Publikum mehr oder weniger weich, hart bis brutal von statten geht, per se zu leichten bis ernsthaften Verletzungen führen kann, nehmen Künstler und Besucher offenbar als eine Art „Partyrisiko“ in Kauf.

In der Regel gibt es bei den meisten Konzerten maximal ein paar blaue Flecken, Prellungen, Beulen am Kopf oder eine blutige Nase und wer von den Teilnehmern des „brutalen Spaßes“ (Flynn in seinem Facebook-Post) auf den Boden fällt, wird eigentlich sofort von den Umstehenden aufgehoben. Immer wieder mahnen Bands auf der Bühne auch zur Vorsicht und Rücksichtnahme. Trotzdem kommt es manchmal auch zu Verletzungen wie unter anderem schweren Rippen-Prellungen und –brüchen, Gehirnerschütterungen, gebrochenen Nasen oder anderen Verletzungen mit zum Teil Folgeschäden, von denen man in Medien selten oder gar nicht liest, sieht oder hört. Kritik wird selten geübt, das Pogen in Mosphits gehört scheinbar zu einer Art grundsätzlich nicht zu diskutierenden „Fankultur.“

Mit dem Kopf auf den Boden, ähnlich wie bei einem Wrestling-Style

Beim Machine-Head-Konzert am Sonntag, dem 13.Mai, in Southampton ging es im Mosphit scheinbar so hart zu, dass Besucher die Band mehrfach aufforderten, das Konzert zu unterbrechen. Viermal soll das gewesen sein, berichtet Robert Flynn. Schließlich soll ein Besucher regungslos auf dem Hallenboden liegen geblieben sein. Den Schilderungen des Musikers auf Facebook nach, soll der Mann, bei dem es sich namentlich mutmaßlich um Daniel Giles gehandelt hat, 45 Minuten bewusstlos gewesen sein, nachdem ihm ein anderer, körperlich größer gewachsenerer Mann zuvor, ähnlich wie bei einem Wrestling-Style, hochgehoben und mit dem Kopf auf den Boden geschleudert haben soll. Der Vorfall ereignete sich offenbar gegen Ende der Machine-Head-Show. Bereits zuvor habe die Band wegen eines Zwischenfalls mit einem Verletzten ein Konzert stoppen müssen.

Flynn verurteilt in seinem Facebook-Post stellvertretend für die Band dieses Verhalten des Besuchers, einen anderen mit dem Kopf auf den Boden zu schleudern, scharf und stellt für sich fest, dass man eine Balance zwischen „brutalem Spaß und Sicherheit“ finden müsse. Vom Moshen und Pogen bei Konzerten an sich distanziert er sich in diesem Zusammenhang nicht. Im Gegenteil.

„Balance zwischen „brutalem Spaß und Sicherheit“ finden“

Als junger Mann sei er selbst sogar stolz auf seine „war wounds“ gewesen, nachdem er aus Pits herausgekommen sei, ob das nun eine gebrochene Nase, Rippe und abgeschlagene Zähne waren, wie in seinem Fall als Besucher bei einem Slayer Konzert im Jahr 1991, wie er in seinen Ausführungen auf Facebook schreibt. Aber es sei ein ungeschriebenes Gesetz in einem Pit, jemandem aufzuhelfen der zu Fall kommt, betont Robert Flynn.

Der am Sonntag ernsthaft verletzte und längere Zeit bewusstlose Besucher kam schließlich wieder zu sich und es geht ihm scheinbar den Umständen entsprechend wieder gut, wie Daniel Giles selbst in einer Antwort auf den Facebook-Post von Machine Head schildert. Er habe mehrere gebrochene Rippen und Beulen am Kopf und danke allen Helfern des Konzerts vor Ort. Gleichzeitig räumt er ein, vor dem Vorfall im Moshpit mehrere Biere getrunken zu haben und den Besucher, der ihn schließlich zu Boden warf und von dem er annimmt, dass dieser Hilfe geholt hätte, vorher in irgendeiner Form provoziert zu haben. Dafür entschuldigt er sich und entschuldigt sich auch bei allen anderen dafür, dass das Konzert abgebrochen werden musste.

Vor knapp einer Woche, am 9.Mai, waren Machine Head in Hannover im lange zuvor ausverkauften Capitol aufgetreten. Über ähnliche Vorfälle im dortigen Mosphit ist nichts bekannt geworden.

Die vollständige Stellungnahme von Robert Flynn findet man auf der Facebook-Seite von Machine Head (Link: siehe unten in der Infobox).


INFO-BOX

Links
externer Link www.facebook.com/MachineHead

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