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War von der Stimmung überwältigt - Heaven Shall Burn-Frontmann Marcus Bischoff.

Die Luft brennt, die Erde bebt

Metalcore-Bands um Heaven Shall Burn im Capitol

20. März 2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Die deutsche Band Heaven Shall Burn gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Metalcore-Genres in Deutschland. Bereits vor über 20 Jahren machte die heute fünfköpfige Band unter dem Namen Before The Fall und wenig später als Consense erste Erfahrungen. Mit ihren insgesamt neun Alben gibt die Band auch stets Statements ab und positioniert sich gegenüber aktuellen Fragen. So nannte die aus Saalfeld stammende Band ihre Werke beispielsweise „Deaf To Our Prayers“ oder „Veto“. Mit ihrem aktuellen Album „Wanderer“ machte die Band nun Halt im Capitol und brachte drei weitere Bands mit. Das Line Up vervollständigten In Hearts Wake, Whitechapel und August Burns Red, die bereits bei Festivals wie dem Summer Breeze oder dem Elbriot zu Gast waren und gemeinsam die bitterkalte Märznacht mit ihrer Musik entflammten.

Der Artikel wurde aktualisiert - 20.03.18 - 18.50 Uhr

Bereits im Vorfeld freuten sich und diskutierten die Fans in den sozialen Netzwerken über die aktuelle Tour, die mit 23 Tourstops den gesamten März in Anspruch nimmt. „Strammer Plan! Aber Hamburg war suuuuper!“, resümierte ein Fan und machte den hannoverschen Gästen Lust auf mehr. Fast wie eine kleine Familienfeier baut sich der Abend auf. Nachdem Whitechapel und In Hearts Wake den Abend mit rauen Klängen eingeläutet haben, stürmt August Burns Red schließlich die Bühne. Als Chiropraktiker sollte man an diesem Abend gute Nerven haben oder einfach wegschauen, denn das rhythmische Headbangen mag zwar der Seele gut tun, den Nackenwirbeln aber umso weniger. Für Fans und Musiker ist das allerdings kein Hindernis.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Sabrina Kleinertz
Alles, was nicht niet- und nagelfest ist bringt das Schlagzeug von August Burns Red-Mitglied Matt Greiner zum Beben. Unter den Füßen vibriert der Boden, die Knochen wackeln bei jedem Schlag auf das Instrument mit. Auch wer bei einem gemütlichen Feierabendgetränk im Vorraum an der Bar lehnt bekommt eine ordentliche Power-Ladung ab. Es riecht nach Schweiß und klingt nach Metalcore.

Sänger Jake Luhrs weiß nicht nur seine Stimme, sondern auch den Rest seines Körpers gekonnt einzusetzen. Was anfangs anmutet wie eine Mischung aus Thai Chi und Tanzmoves, entwickelt sich im Laufe der Show zu einem sicheren Schachzug, um die über 1000 Fans zum Jubeln zu bringen. Wie ein Lasso schwingt der August Burns Red-Frontmann sein Mikrofon und fängt damit die Aufmerksamkeit und Begeisterungsfähigkeit der Zuschauer ein. Am Ende ihrer Show gibt es von den fünf Musikern ein zufriedenes Lachen und einen nach oben zeigenden Daumen, bevor es an den letzten Umbau für diesen Abend geht.

Ein riesiges Backdrop mit Bandnamen wird per Hand in die Höhe gehievt und kurze Soundchecks durchgeführt. Blaue, schmale Lichtsäulen ragen zwischen Bühne und erster Reihe empor und ziehen ein vages Staunen auf sich. Dann setzt Heaven Shall Burn um Frontmann Marcus Bischoff mit einem vorauszuahnenden, aber schlagfertigen Auftakt ein. Bereits bei den vorangegangenen Bands hatte es in stetiger Zunahme Stagediver geregnet, die von der Security aus der Menge gefischt wurden, doch nun nimmt die Zahl der auf Händen Surfenden nochmal deutlich zu. „Geht es allen gut? Bitte passt aufeinander auf“, mahnt Bischoff zwischen zwei Songs in die Runde.

Neben Bischoff und seinen Bandkollegen steht an diesem Abend auch Máté Bodor. Eigentlich als Gitarrist der schottischen Folk Metal-Band Alestorm bekannt, vertritt der Musiker den erkrankten Heaven Shall Burn-Gitarristen Maik Weichert. „ Da wo Máté herkommt gibt es keine Circle Pits“, beginnt Gitarrist Alexander Dietz und lacht verschmitzt, „aber er möchte unbedingt mal einen sehen.“ Die Fans lassen sich dafür nicht lange bitten und bieten der Band ein Bild, dass selbst Sänger Bischoff am Ende des Abends sprachlos macht. „Hannover, ihr seid heute in Bestform“, lobt er die jubelnde Masse und fährt fort, „das ist einfach der Wahnsinn, da muss ich mich erst mal sammeln.“

Nach rund vier Stunden Spielzeit muss auch das beste Konzert ein Ende finden. Mit tosendem Applaus, vereinzelten Rufen nach Zugabe und gereckten Metal-Fäusten belohnen die Besucher die vier Bands am Ende des Abends. Mit freudigen Augen und Schweiß auf der Stirn verlässt man schließlich das Capitol und behält dieses Konzert als eines der besten des bisherigen Jahres in Erinnerung.

INFO-BOX

Links
externer Link www.heavenshallburn.com
externer Link augustburnsred.com
externer Link www.facebook.com/whitechapelmetal
externer Link de-de.facebook.com/inheartswake
externer Link www.capitol-hannover.de
externer Link www.livingconcerts.de

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