Bildrechte: Sabrina Kleinertz

Startete ihre Tour im MusikZentrum: Antje Schomaker stellte mit ihrer Band ihr Debütalbum "Von Helden und Halunken" vor.

„Bis mich jemand findet, tanze ich hier“

Antje Schomaker spielt Tourauftakt im MusikZentrum

28. Februar 2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Vor rund fünf Jahren zog es Antje Schomaker aus ihrer Heimat am Niederrhein an das Tor zur Welt. In Hamburg warf die junge Frau ihren Anker aus und traf im berühmt-berüchtigten St. Pauli spätere Mitmusiker, die den Wunsch nach ehrlichem und kreativem Austausch teilten. Heute spricht sie über die Zusammenarbeit mit den Worten „Wir sind eine Gang“ und feierte mit ihrem kürzlich erschienenen Debütalbum all ihre Inspirationen. Nach Support-Touren für Johannes Oerding oder Bosse packte Schomaker ihre Bandkollegen, Instrumente und eine frische Brise Seeluft ein, um ihre „Von Helden und Halunken“-Tour im MusikZentrum zu starten.

Es mag sicherlich auch daran liegen, dass man als Fan und Besucher weiß, aus welcher Großstadt Antje Schomaker anreist, aber dennoch schwingt ein gewisses Meer-Gefühl durch das MusikZentrum. Puristisch, aber doch aussagekräftig, so hat man die Hanseaten und alles um sie herum im Sinn. Ähnlich zeigt sich auch bei Antje Schomaker das Bühnendesign. Kein großer Schnickschnack, sondern eine Leuchttafel mit schlichten Buchstaben schmücken den Hintergrund, während zwischen den Musikern längliche Lichtstäbe oder einzelne Glühlampen verteilt sind. Ursprünglich sollte das Konzert im Lux stattfinden, wurde aber aufgrund der Nachfrage ins MusikZentrum verlegt. Schon bei dieser Aura fühlt man sich an die Stadt mit der Perle und der Großen Freiheit erinnert.

Deniz Jaspersen, der erst vor kurzem mit dem Duo Gloria in Hannover zu Gast war, bereitet den Einstieg in den Abend und das gekonnt mit einer Mischung aus wortgewandten deutschsprachigen Songs und witzigen Anekdoten. Als ihm gleich zu Beginn eine Gitarrensaite reißt und er das herzlich selbstironisch wegsteckt, ist auch das Eis gebrochen, das vor der Tür gerade die Straßen zufriert.

In entspannter und doch erwartungsvoller Atmosphäre betritt die Musikerin dann zusammen mit ihren Bandkollegen die Bühne. Freudestrahlend begrüßt sie die Besucher, die sich dicht vor die Bühne drängen oder entspannt an der Theke lehnen. Die Stimmung ist bereits zu Beginn des Abends urig-gemütlich. Schomakers fast hüftlange Haare schwingen rhythmisch zu der Musik, die Texte erzählen Geschichten aus dem Herzen und der Hansestadt.

Weit weg von Inszenierung

Das Wortspiel zwischen dem Nachnamen Schomaker und dem Showmaker ist einfach gemacht und doch nicht zutreffend, denn dieser Abend ist weit weg von Inszenierung. Antje Schomaker steigt spontan von der Bühne in den Zuschauerraum und singt mit selig lächelnden Fans einen Song, an anderer Stelle wird die Stimmung ruhiger. „Ich würde es toll finden, wenn wir diesen Moment für uns haben“, kündigt sie ihren Song „Du löst dich auf“ an, „dafür bitte ich euch, die Handys für diesen Song nicht zu benutzen.“ Die Gefühlsachterbahn, in der die Musikerin fährt rollt in freudige Höhen und nachdenkliche Tiefen, ohne die Zuhörer stehen zu lassen.

„Und meine Einsamkeit singt leise in mir“, zitiert Schomaker aus ihrem Song „Bis mich jemand findet“ ins Mikrofon, „bis mich jemand findet tanze ich hier“. Allein ist sie keinesfalls und auch das Tanzen ist kein Soloprojekt an diesem Abend. Textsicher begleiten Fans Passagen und wiegen sich beim Tanzen leicht hin und her. „Du bist süß“, ruft eine Frau aus dem Publikum und Schomaker antwortet prompt „Du bist süß“, gefolgt von einem breiten Lachen. Nach dem letzten Song klingt der Applaus und die glücklichen Besucher schlendern herzerwärmt in die kalte frostige Nacht hinaus.

INFO-BOX

Links
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externer Link www.facebook.com/antjeschomakermusic
externer Link musikzentrum-hannover.de/
externer Link www.hannover-concerts.de/

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