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Die Donots machen Schule: Für ein kleines Pausenkonzert besuchte die Punk-Band die IGS Roderbruch.

Pausenbrot und Pausenkonzert

Donots für Konzert und Workshop in Schule

22. Februar 2018, Von: Sabrina Kleinertz, Foto(s): Sabrina Kleinertz

Vor rund 25 Jahren zogen fünf Männer aus dem niedersächsischen Ibbenbüren aus, um mit ihrer Musik gute Laune zu verbreiten und politische Statements zu setzen. Heutzutage unterbrechen die Donots Live-Pausen, um Demonstrationen gegen die AfD zu unterstützen. Außerdem engagiert sich die Band auch für soziale Projekte zugunsten des Lesen und Schreiben Lernens oder nahm 2015 am Bundesvision Song Contest teil. Mit ihrem frisch veröffentlichten Album „Lauter Als Bomben“ landete die Band um Frontmann Ingo Knollmann unmittelbar auf Platz Vier der deutschen Albumcharts und besuchte vor ihrem abendlichen Konzert im Capitol die Integrierte Gesamtschule Roderbruch für ein spontanes Konzert und einen Workshop.

Aber wie bekommt man eine international bekannte Punk-Band, die auch auf Festivals wie dem Open Flair oder Rock Am Ring spielt, zu sich in die Schule? „Das ist tatsächlich eine etwas längere Geschichte“, lachen Jennifer Eikens, Tilman Gehring und Liv Wachtel, die zusammen mit weiteren Mitschülern die heutige Aktion organisieren, „Unsere Lehrer gehen viel auf Konzerte und irgendwann haben wir sie auch mal begleitet. Da entstand dann die Idee, unser Projekt „Meine Schule gegen rechts“ in die Welt zu tragen. Dafür haben wir unter anderem Festivalbänder mit dieser Aufschrift angefertigt und die Donots waren die Ersten, die diese Bänder getragen haben.“ Weitere prominente Unterstützung bekamen die Schüler unter anderem auch von Ministerpräsident Stephan Weil oder den Fantastischen Vier.

Die Idee zu einem Pausenkonzert wurde bereits mit der Rock-Band Stereo Drama erfolgreich durchgeführt und da die Donots ohnehin auf Tourstop in der niedersächsischen Landeshauptstadt waren, fragte die IGS Roderbruch kurzerhand für ein kleines Konzert in der schuleigenen Pausenhalle an. Die Antwort kam prompt und so fährt am heutigen Donnerstag ein weißer Kombi vor. Die fünf Musiker steigen entspannt aus, richten Sonnenbrille und Mütze und laden ihr Akustik-Equipment aus. Die ersten interessierten Schüler schleichen neugierig um sie herum oder helfen beim Tragen, während im Gebäude bereits bunte Scheinwerferlichter testweise umherwimmeln. „Wir bitten euch gleich alle in die Aula“, hallt es um kurz vor elf Uhr per Durchsage durch die Gänge und Klassenzimmer, „es wird einen Auftritt geben, aber von wem, das verraten wir noch nicht.“

Den Generalverdacht aushebeln

Kurz danach trudeln die ersten Klassen ein. Von der fünften bis zur 13. Klassenstufe wird an der IGS Roderbruch unterrichtet und heute in der verlängerten Pause auch getanzt und gesungen. „Wir mögen es gerne, wenn uns unsere Zuschauer immer mit einem lauten HU HA antworten“, begrüßt Ingo Knollmann die großen und kleinen Gäste und macht lachend einen Probedurchgang, der reibungslos und lautstark funktioniert.

Mit Songs wie „Dann Ohne Mich“ oder „Problem kein Problem“ schafft die Band den Spagat zwischen Entertainment und politisch-sozialen Wegweisern. „Ich möchte in einer Welt wohnen, wo Leute ohne Angst davor leben können, anders zu sein“, stellt Sänger Knollmann klar und appelliert „Benutzt eure Stimme. Und wenn ihr Angst davor habt, dann schließt euch zusammen.“ Unmissverständlich positionieren sich die Band und die IGS Roderbruch hier gemeinsam gegen Rassismus; die Schule selbst gilt als „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“, so deutet bereits ein Schild am Eingang.

„Darf man eigentlich die Wörter Arsch und Scheiße in der Schule sagen?“, fragt Knollmann zwischen den Stücken augenzwinkernd und die Schüler antworten lachend und bejahend. Nach rund einer Stunde neigt sich der musikalische Teil dem Ende zu und in einem anschließenden Workshop schlüsseln die Band und rund 20 Schüler das Thema „Rassismus“ in seinen kleinen und großen Formen genauer auf. An Gruppentischen wird fleißig diskutiert und notiert, um am frühen Nachmittag die Ergebnisse gemeinsam zu präsentieren. „Man sollte diskutieren und sein Maul aufmachen, denn mit kleinen Gegenbeispielen kann man einen Generalverdacht pro-aktiv aushebeln“, resümiert Guido Knollmann schließlich und sein Bruder fügt später hinzu: „Ich glaube nicht, dass Musik allein die Welt verändern kann. Aber sie hilft sicherlich dabei.“

INFO-BOX

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externer Link www.igs-roderbruch.de

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