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Dispatch in der ausverkauften 60er-Jahre-Halle des Kulturzentrums Faust in Hannover: Sänger und Gitarrist Chad Umston gibt den lautstark singenden Fans ihren Einsatz.

Wärme und andere gute Gefühle

Dispatch in der ausverkauften Faust in Hannover

17. September 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Jeff Kahra

Beim Konzert der US-amerikanischen Band Dispatch am gestrigen Samstagabend im Kulturzentrum Faust in Hannover war die ausverkaufte 60er-Jahre-Halle so etwas wie ein Kleinod in der alternativen Konzertszene der Leinemetropole. Wo sonst lautstarker, kraftstrotzender Rock, Metal, Punk, Hardcore und HipHop mit zahlreichen wie regelmäßigen Veranstaltungen in der Stadt sehr stark präsent sind, ist die Mischung aus Rock, Folk, Country und Reggae mit multikulturellem Einfluss, wie sie Dispatch darbieten, schon eine eher seltene Ausnahme. Ein außergewöhnliches Konzert in einem Umfeld voller Wärme und positiver Energie.

Die politisch und sozial engagierte Band um Sänger und Gitarrist Chad Umston, Sänger und Bassist Pete Francis Heimbold und Schlagzeuger und Sänger Brad Corrigan ist fast schon so etwas wie ein Phänomen. In ihrem Heimatland strömen zu manchen Konzerten Zehntausende. Dreimal füllte man den berühmten Madison Square Garden in New York zu einem Benefiz Konzert für Simbawe, zu ihrem vorübergehenden Abschied 2004 traten Dispatch beim Independent Festival in Boston vor mehr als 100.000 Menschen auf.

In Deutschland spielte die Band vor einigen Jahren sporadisch Club-und Festivalgigs und brachte nach fünfjähriger Veröffentlichungspause in diesem Sommer das Album „American, Location 12“ heraus. Auf dem eigenen Label und ohne, dass dafür auf breiter Basis Werbung gemacht wurde. Kein Einstieg in die deutschen Charts, aber das treue Publikum und einige Musikkenner mit speziellem Geschmack reagieren sofort auf Konzertankündigungen von Dispatch und besorgen sich in Windeseile Tickets.
Vorschau Bild 1Vorschau Bild 2Vorschau Bild 3Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Jeff Kahra
Möglicherweise hätte man in Hannover eine noch größere Location gefüllt, aber es sollte bei einer ausverkauften 60er-Jahre-Halle in der Faust bleiben. Ein Umfeld, das sich für die Musik von Dispatch und das fröhlich tanzende und feiernde Publikum heute Abend als sehr zuträglich erweist.

Die meisten hier kennen die Songs von Dispatch, singen textsicher mit und sind auch mit dem neuen Material von „America, Location 12“ gut vertraut. Vom aktuellen Album gibt es heute Abend eine Fülle von Songs. Gleich zu Beginn um 21 Uhr startet das Trio, das heute um einen Perkussionisten verstärkt ist, mit „Be Gone“. Weitere Songs aus dem neuen Werk, wie unter anderem „Skin The Rabbit“, „Rice Water“ oder „Only The Wild Ones“, das in der heutigen Akustikversion ein wenig an Glanz gegenüber der auf dem Album einbüßt, finden sich ebenfalls im Programm.

Dispatch spielen gekonnt mit Dynamik, setzen mal auf Entspannung und warme mehrstimmige Gesänge, packen dann urplötzlich rockige Riffs aus, treiben die Tanzfreude ihrer Fans mit sich im Tempo steigernden Country-Rock´n´Roll weiter voran, schlagen mit Akustikgitarren stimmungsvolle Folk-Töne an, bis sich schließlich alle in einem Reggae-Groove mit alles vereinenden Refrains wiederfinden, sich der Musik, der Atmosphäre erfreuen, lächeln und mitsingen.

Das Gefühl eines warmen und sonnigen Festivaltages

Es wirkt über weite Strecken des Konzertes so, als hätten Dispatch und ihre Fans an diesem Septemberabend noch das Gefühl eines warmen und sonnigen Festivaltages des just vergangenen Sommers in die 60er-Jahre-Halle herübergerettet.

Als die Band mit dem Reggae-Rock-Ohrwurm „The General“ das vorläufige Ende der Show einläutet und sich von der Bühne verabschiedet, singt die Halle den Chorus noch Minuten lautstark weiter. Als Dispatch dann zurückkehren, bleibt ihnen keine andere Wahl, als nochmal für eine Runde in den Song einzusteigen. Sehr zur Freude der Fans.

Über fast zwei Stunden hatte man sich vereinzelt an den Instrumenten abgewechselt, einen Gastmusiker mit einem Banjo auf die Bühne gebeten und des Öfteren zeigte der etatmäßige Schlagzeuger Brad Corrigan, dass er auch als Sänger und Gitarrist ein leidenschaftlicher Vollblutmusiker ist, genauso wie seine musikalischen Mitstreiter.

Zur Zugabe halten Dispatch noch ein besonderes Schmankerl bereit. Ihren Reggae-Song „Outland“ im Wechsel mit ausführlichen Ausflügen in den Pink-Floyd-Klassiker „Time“ und wieder zurück. Lautstarker Applaus für diese Band, die hier in Hannover ein seltenes, außergewöhnlich bemerkenswertes wie schönes Konzert gegeben hat.

INFO-BOX

Links
externer Link www.dispatchmusic.com
externer Link www.facebook.com/dispatch
externer Link www.sunday-entertainment.de
externer Link www.kulturzentrum-faust.de
externer Link www.fkpscorpio.com

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