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Bob-Dylan-Hits und Evergreens vor der Swiss Life Hall: Straßenmusiker Frankie (Franky) begeisterte mit Songs, die Dylan selbst beim Konzert größtenteils ausließ.

Die Hits nach der Show

Stimmungsvolle Straßenmusik vor der Swiss Life Hall

27. April 2017, Von: Andreas Haug, Foto(s): Lisa Eimermacher

Als sich Bob Dylan und Band nach ihrem Konzert in Hannover in die Garderoben der Swiss Hall zurückgezogen hatten, ging es draußen vor der Tür für einige Besucher erst so richtig los. Der Sänger und Gitarrist Frankie, oder auch Franky (die richtige Schreibweise konnte im Trubel nicht eindeutig geklärt werden), legte vor der Tür einen rund 45-minütigen Straßenmusik-Gig mit fast allen Bob-Dylan-Hits und Evergreens hin, die die Musikgröße selbst bei seinem Konzert ausgelassen hatte. Das sorgte für eine fröhliche, wie zeitweilig ausgelassene Stimmung bei in der Spitze mehr als 100 Zuhörerinnen und Zuhörern, die der grandios aufgelegte Musiker hervorragend unterhielt.

Bob Dylan wird von vielen traditionsbewussten Musikfans mit eingängigen Folk-und Rocksongs zum Mitsingen in Verbindung gebracht, mit Songs, die zu Hits und Evergreens der Musikgeschichte geworden sind. Songs, die jeder, der sich mal mit Liedbegleitung auf der Akustikgitarre zum eigenen Gesang beschäftigt hat, irgendwann einmal besser oder schlechter nachgespielt oder interpretiert hat.

Der verwegen gekleidete Straßenmusiker, der kurz nach Ende des Dylan-Konzerts draußen vor der Halle seinen batteriebetriebenen Verstärker anwirft, zu Akustikgitarre, Mundharmonika und Mikrofon greift, zieht die Menschen auf dem Gehweg schnell in seinen Bann. Gitarrenspiel, Stimme sind so beeindruckend, die Interpretation von Dylan-Hits auf der ganzen Linie grandios. Nachdem einige stehen geblieben sind und den ersten Takten lauschen, bildet sich rund um den Musiker bald eine Menschentraube von –vorsichtig geschätzt- gut 100 Personen.

Hits und Evergreens für rund 100 auf dem Gehweg

Was passiert hier? Klare Antwort: So ziemliche alle von Fans zum Teil sehnsüchtig beim eigentlichen Konzert vermissten Hits werden hier auf vorzügliche Art und Weise von Musiker Frankie (Franky) auf die Straße gebracht. Ob nun „Mr.Tambourine Man“, „The Times They Are A-Changin´“, „All Along The Watchtower“, „I Shall Be Released“, „Like A Rolling Stone“ oder „Knocking On Heavens Door“, hier gibt es eine Art Vollbedienung auf hohem Niveau von einem Sänger und Gitarristen, den man aufgrund seiner Leistung hier auf der Straße vor der Swiss Life Hall für einen international renommierten, eventuell sogar populären Profi halten möchte, der mal eben unerkannt performt.

Der Musiker, so verrät er uns in aller Eile zwischen Zusammenpacken und drängender Abfahrt mit einem Taxi, stammt ursprünglich aus der tschechischen Hauptstadt Prag und begleitet einige Tourkonzerte von Bob Dylan, in dem er vor und nach den Konzerten Dylan-Evergreens solo auf der Straße vor den Hallen spielt.

Hier vor der Tür der Swiss Life Hall wird mitgesungen, vorsichtig getanzt, Pärchen nehmen sich in den Arm, man blickt in viele glücklich dreinschauende Gesichter, denen die kühlen Temperaturen kaum etwas auszumachen scheinen. Als gegen 22.20 Uhr zwei Nightliner der Dylan-Produktion, vermutlich mit Musikern und Crewmitgliedern besetzt, direkt an der Spielfläche, dem Gehweg vorbeirauschen, jubeln Frankie (Franky) und sein spontan zusammengefundenes Publikum den mit schwarz verkleideten Fenstern ausgestatteten Bussen zu.

Klimpergeld und Scheine

Mehr und mehr Zuhörer werfen Geld in die auf dem Boden herumliegende Gitarrentasche, die Stimmung wird immer launiger. Als einer ein paar Münzen spendet, ruft ein anderer: „Für Dylan 100 Euro bezahlen und hier nur Klimpergeld einwerfen, das kann´s nicht sein.“ Gelächter und Spontan-Applaus. Langsam aber sicher kommen ein paar Scheine dazu, das erscheint mehr als angemessen.

Als Frankie (Franky) hastig einpackt, einen letzten Schluck eines von Zuhörern spendierten Bieres herunterkippt und von einem plötzlich auftauchenden, auf die Abfahrtszeit drängenden Helfer ins Taxi gebeten wird, wirft er uns noch eilig die Information zu: „The adress on the internet is bobband (dot) com, there´s an e-mail-contact, see you, bye.“ Trotz aller Anstrengungen konnten wir mit diesen Angaben nichts über den Musiker finden, die URL enthüllte keine Webseite.

Vielleicht war es am Ende doch ein echter Rockstar, der hier vor der Swiss Life Hall verkleidet inkognito gespielt hat? Angehört hatte sich das durchaus so.

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