Bildrechte: Constantin Rimpel

Gute Laune und musikalisches Sommerflair im November: The Cat Empire spielten in Hannover im Capitol

Sommer-Fiesta im November

Das Capitol tanzt zu The Cat Empire

04. November 2016, Von: Andreas Haug, Foto(s): Constantin Rimpel

An einem kühlen, nassen Herbstabend brachte die australische Band The Cat Empire am gestrigen Donnerstag sommerliche Wärme ins hannoversche Capitol. Gute Laune und Bewegung überall wo man hinschaute. Mit ihrem zeitweise überraschend atemberaubenden Mix aus Calypso, Samba, Soul, Jazz und Reggae brachte die achtköpfige Band mehr als 1100 Menschen zum Tanzen und Springen. Zur eingängigen Gute-Laune-Musik gesellten sich zuweilen spektakuläre Instrumental-Soli und Jam-Parts. Die Show von The Cat Empire hatte auch Kanten, die Performance war alles andere als glattgebügelt.

Um es sehr salopp zu formulieren: The Cat Empire und ihre Musik kann man durchaus in die Rubrik „aktuell heißer Scheiß“ einsortieren. Mehr als 1100 Besucher sind ins Capitol gekommen, um hier fröhlich abzufeiern. Die Band oben auf der Bühne liefert dazu die passende Musik.

Man wähnt sich wie in einer anderen Welt, sobald man den Eingangsbereich des Clubs passiert hat. Mittel-und südamerikanische Sounds und Rhythmen bringen schon in der Vorbereitungsphase des Auftritts von The Cat Empire Besucher und Personal zum gut gelaunten Wippen. Als dann die achtköpfige Band gegen 21 Uhr die Bühne betritt, wird sie mit lautem Jubel empfangen.
Fotostrecke (3 Bilder) -Foto(s): Constantin Rimpel
Fast zwei Stunden wird nun eine Party zelebriert, die gegen Ende sogar eine Mischung aus „Wall Of Death“ und „Wall Of Love“ und leichtes Pogen im Publikum vor der Bühne hervorbringt. Es bedarf keiner großen Anweisungen seitens der Band: Die Fans hier wissen, wann man aus der Hocke emporspringt.

„Man kann sich gar nicht vorstellen, dass draußen Herbst ist, dass es saukalt ist“, entfährt es einem Besucher und in der Tat ist das hier eine Atmosphäre wie auf einer Sommer-Fiesta, einer heißen Party im November.

Rocken, ganz ohne Gitarre

The Cat Empire rocken und das ganz ohne Gitarre. Rock, sofern man den Ausdruck bei diesem Konzert verwenden möchte, bezieht sich hier auf leidenschaftlich dargebotene Musik, die Spaß macht und abgeht. Die beiden Sänger und Frontmänner Felix Riebl, der auch diverse Percussion-Instrumente bedient, und Harry James Angnus, des Öfteren auch an der Solo-Trompete, stehen meist im Fokus, letztlich ist es aber die Band insgesamt, die hier für ordentlich Bewegung, Druck und musikalische Würze sorgt.

Ob lateinamerikanisch geprägte Musik, Soul, Reggae, Jazz oder ein wenig Rock, die Gute-Laune-Musik droht zu keinem Einfluss in trivialer Unterhaltung zu verflachen. Es bleibt Raum für minutenlange Percussion-oder filigrane, jazzige Keyboard-Soli. Besonders letztere werden vereinzelt in einem schwindelerregenden Tempo in den Saal geschickt, dennoch exakt gespielt. Die Band läuft rund wie ein Motor, doch bevor der Zuhörer glaubt, seine Beine trügen ihn beim Tanzen automatisch, kommen überraschende Rhythmus-und Harmoniewechsel als Farbtupfer angeflogen.

Vitaminstoß für die Seele

Die Australier haben ihre Bläser-Sektion „The Empire Horns“ mitgebracht, die noch zusätzliches Öl ins Feuer schütten. Die Bühne ist voll mit Instrumenten und Mikrofonen, der Sound exzellent. „Wie auf CD“, stellt ein Kenner der Band fest.

Was nach perfekter und Show und Party anmutet, ist heute Abend angenehm bodenständig, vielleicht sogar ein wenig alternativ. Die Musik von The Cat Empire würde eine sehr gute Basis für eine imposant choreographierte Show bieten, die Musiker indessen präsentieren sich in Sachen Bewegung zwar nicht defensiv, aber eher intuitiv-cool. Dass das aktuelle Album der Band am Merchandise Stand für lediglich 10 Euro zum Verkauf angeboten wird, erscheint bemerkenswert.

Gegen kurz vor 23 Uhr verlassen die acht Musiker unter großem Applaus zufriedend wirkend die Bühne. Die Besucher, überwiegend junge Erwachsene drängen sich am Verkaufsstand oder an den Bars, lächeln, klönen oder strömen durchgeschwitzt vom Feiern vor die Tür.

The Cat Empire haben hier in Hannover mit ihrer Musik augenscheinlich so ziemlich alle glücklich gemacht, auch wenn vielleicht nicht jeder Songwunsch erfüllt wurde, wie man vereinzelten Gesprächen entnehmen kann. Dennoch: Eine Show wie ein Vitaminstoß für die Seele.

INFO-BOX

Links
externer Link www.thecatempire.com
externer Link www.hannover-concerts.de
externer Link www.fkpscorpio.com
externer Link www.capitol-hannover.de

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