Bildrechte: Daniel Junker

Ob Disko, Party oder Konzert: Im Capitol in Hannover herrscht seit 30 Jahren Bewegung, wie auch hier bei einem Circle-Pit beim Konzert der Band Madsen im März 2013.

Bewegung und Konstanz

Das Capitol in Hannover feiert 30.Geburtstag

29. September 2016, Von: Redaktion, Foto(s): Daniel Junker

Das Capitol in Hannover, Disco-, Party-und Konzerttempel am Schwarzen Bären, feiert in diesen Tagen 30-jähriges Bestehen. Seit der Eröffnung im September 1986 hat das ehemalige Kino in Hannover-Linden rund 5000 Veranstaltungen mit geschätzt insgesamt 4 Millionen Besucherinnen und Besuchern erlebt. Lokale und regionale Bands standen hier genauso auf der Bühne, wie nationale und international etablierte Künstler, darunter auch einige Weltstars. In den letzten 30 Jahren war oft einiges in Bewegung in und um das Capitol, das aber vor allem eines ist: Eine Konstante in Hannovers Nachtleben und im Konzertbereich, einige sprechen sogar von Kult.

Als das Capitol im September vor 30 Jahren eröffnete, sorgte es für viel Gesprächsstoff und wurde schnell eine sehr angesagte Location, weit über die Grenzen Hannovers hinaus. Das Konzept, in einem in den 1920er-Jahren gebauten Haus, einem ehemaligen Lichtspielhaus, Diskothek, Konzertclub und Kino miteinander zu verbinden und Veranstaltungen zu kombinieren, war in dieser Form und Aufmachung im Jahr 1986 einzigartig. Zu Disko-und Partyabenden fand sich vor allem ein breit Interessiertes Publikum ein, das zu allgemein populärer Musik, die man aus Radio und TV kannte, tanzen und feiern wollte. Anhänger von Subkultur und alternativer Nischenszenen trafen sich weiterhin in anderen Clubs oder Diskotheken.

Wer Besuch aus anderen Städten in Hannover begrüßte und ins Nachtleben eintauchte, für den gehörte ein Abend im Capitol fast schon zu einem Pflichtbesuch, ein großer Club, in dem sich bis zu 2000 Besucher tummelten, war schnell zu einer Art Sehenswürdigkeit geworden.

An Wochenenden starteten gegen 20.00 Uhr Bands mit ihrem Konzertprogramm, doch schon zu den Zugaben mischte sich das Publikum mit Discogängern, die das Angebot der folgenden DJs abwarteten. Ein Clou: Nach dem Konzert wurde flugs eine riesengroße Leinwand heruntergelassen und während dahinter die Crew Instrumente und Verstärker der jeweiligen Band abbaute, flimmerten lustige Wald-Disney-Zeichentrickfilme über die Wand. Wer zum Konzert gekommen war, blieb nicht selten auch noch eine Weile zur Party.

Fury In The Slaughterhouse hält Besucherrekord

Bis in die 1990er-Jahre traten im Capitol auch Bands aus Hannover und der Region auf, bei Newcomerfestivals oder Bandstands. Wer es Anfang der Neunziger als Hannover-Band auf die Bühne des Capitols geschafft hatte, hatte es auch irgendwie in der Szene geschafft. Eine Band aus Hannover hält auch heute noch den Besucherrekord: Fury In The Slaughterhouse verkauften das Capitol im Jahr 1993 gleich an vier Abenden hintereinander aus. Neben zahllosen prominenten Bands und Einzelkünstlern, die hier vor bis zu 2000 Besucher spielten, gaben sich auch Acts die Ehre, die wenig später zu großen Stars wurden und dann große Arenen oder gar Fußballstadien ausverkauften, wie Westernhagen (1989), Rammstein (1995) oder Robbie Williams (1999).

In den Neunzigern allerdings beobachtete man im Capitol einen stetigen Rückgang der Besucherzahlen an Discoabenden, was nicht zuletzt den Großraumdiskotheken an der Peripherie der Stadt geschuldet sein könnte, die immer mehr in Mode kamen. Sogar eine Schließung war zeitweilig im Gespräch, doch die Betreiber um Michael Lohmann hielten durch und machten weiter. Der Schwerpunkt lag fortan mehr und mehr auf dem Konzertbetrieb.Shows im Capitol werden meist von der Konzertagentur Hannover Concerts organisiert und veranstaltet, aber auch die hannoversche Agentur Living Concerts stellte und stellt hier einige Konzerte auf die Beine, in jüngerer Vergangenheit auch sunday entertainment aus Hamburg.

Rund um den Club am Schwarzen Bären herrschte oft auch Bewegung, was neue Ideen, Inhalte und Ausstattung angehen. Entgegen dem Ruf, in erster Linie ein Club für ein breites Publikum, den so genannten Mainstream zu sein, liebäugelte man um 2006/2007 herum mit der jüngeren, alternativen Szene Hannovers. Versuche, neue Partyreihen mit DJs und Publikum zu etablieren, die sonst in Umfeldern wie der Glocksee, dem Béi Chéz Heinz oder dem Kulturzentrum Faust am Start waren, sorgten nicht wirklich für numerisch großen Publikumszuspruch.

Ein anderes Party-Konzept zündete dagegen, zog ein eher reiferes Publikum in Scharen und ist noch heute unter dem Motto „Forever Young“ ein Dauerbrenner und das jeden Samstagabend.

Das Team um Capitol-Chef Michael Lohmann kümmerte sich auch stetig um die Modernisierung des Capitol, wie etwa die Installation einer komplett neuen Tonanlage, die aufgrund ihrer Line-Array-Boxen auch einen satten Sound auf dem Balkon ermöglicht. Auch in Sachen Lichtanlage und Aufenthaltsqualtität für die Besucher wurde investiert. Die Kapazität hatte man von zunächst 2000 auf 1800 und dann nochmal auf 1600 Besucher reduziert, letztlich auch, um zu großes Gedränge zu vermeiden.

Nicht zu sehr in Erinnerungen schwelgen

Im Jahr 2016 steht das Capitol in erster Linie für Konstanz und Verlässlichkeit und ist aus der hannoverschen, der deutschen und internationalen Konzert-und Veranstaltungsszene kaum wegzudenken. Prall gefühlt ist auch der Terminkalender für den Konzertherbst 2016.

Capitol-Mitbegründer und heute alleiniger Geschäftsführer Michael Lohmann sagt: „„Wir wollen zum runden Geburtstag bewusst nicht zu sehr in Erinnerung schwelgen, sondern lieber optimistisch in die Zukunft schauen. Deswegen widmen wir das komplette Oktober- und November-Programm dem 30-jährigen Bestehen“.

Was wann im Capitol in Hannover läuft, erfährt man unter anderem hier bei Rockszene.de in unserem Terminkalender. Dort kann man sich auch Konzerte und Partys nach Clubs sortiert anzeigen lassen. In den kommenden Wochen präsentieren wir von Rockszene.de im Capitol die Konzerte der finnischen Metal-Sängerin Tarja (7.Oktober) und der australischen Rock-und Stoner-Rockband Wolfmother (18.November).

Den Machern vom Capitol von unserer Seite aus herzlichen Glückwunsch für die Bewegung und Konstanz der letzten 30 Jahre und viel Glück und Erfolg auch noch die kommenden Jahre.

INFO-BOX

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externer Link www.hannover-concerts.de
externer Link www.living-concerts.de

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