Bildrechte: Miriam Rosin

Meisterte einen nicht ganz gewöhnlichen Konzertabend gelassen: Die Singer-/Songwriterin Tina Dico trat in Hannover im Pavillon auf.

Gefühlvolles Chaos

Tina Dico spielte zweieinhalb Stunden in Hannover

29. April 2016, Von: Miriam Rosin, Foto(s): Miriam Rosin

Zum dritten Mal tourt Tina Dico mit Ihrem Album „Whispers“ durch Deutschland. In überarbeiteter Version und mit neuen Songs, In Hannover ist sie zum zweiten Mal. Erst im November letzen Jahres hatte sie im ausverkauften Pavillon gespielt. Auch heute ist der große Saal des Kulturzentrums am Weißekreuzplatz so gut wie ausverkauft. Nicht nur den Hannoveranern hat es damals gefallen, auch Tina Dico ist anscheinend warm mit dem Publikum geworden. Das zeigte sich bei der Show am Mittwochabend, die jedoch nicht immer ganz so verlief, wie geplant.

An den letzten Auftritt hier in Hannover kann sich Tina auch noch gut erinnern. Es war ein Freitag, ein Tag, an dem die meisten Menschen in das Wochenende starten und sich vom „Chaos da draußen“ erholen. Wird es heute, an einem Mittwoch, genau so entspannt und erholend? Für Tina Dico ist klar, dass es heute genau so gut wird: „Let's celebrate the friday“, sagt sie. Da ahnt noch niemand, dass dieses Konzert nicht so wie geplant verlaufen wird.

Im November stand die aus Dänemark stammende Singer/Songwriterin allein auf der Bühne, mit Gitarre und Bassdrum. Heute hat sie Ihren Ehemann Helgi Jonnson und die Perkussionistin Marianne Lewandowski dabei.

Der erste Song; „Downstairs“ , den die drei nur mit ihren starken und gefühlvollen Stimmen vortragen, lässt viele hier schon in eine andere, entspannte Welt abdriften. Zu dem nächsten Song „Whispers“ erzählt Tina, dass sie selbst überrascht darüber sei, dass aus dem einfachen Gitarrenriff, den sie lange nur vor sich hatte, dieser schöne Song herausgekommen sei. Es stellt sich ein Gefühl in der Art von „Wow“ ein.

Auch sonst erzählt Tina viel darüber, wie ihre Songs entstanden sind und welche Botschaft dahinter steht. So wie in „Something You Can Keep“, bei dem es darum geht, dass Songs sich nicht verändern und immer bleiben, anders als die Welt um uns herum, die sich ständig verändert.

Herausforderung gemeistert

„Chaos“ wird zu einem inoffiziellen Stichwort dieses Abends. „Chaos“ ruft die Künstlerin auch, als sie zwischendurch ihr Kapodaster verliert und ihr Gatte Helgi es suchen muss.. Helgi Jonnson spielt an diesem Abend neben Flügel, Banjo, Posaune und auch seine eigenen Songs, bei dem die Frauen im Hintergrund bleiben und ihn mit ihren Stimmen zwischendurch begleiten.

So talentiert dieser Mann auch ist, vielleicht ist es an diesem Abend etwas zu viel. Denn kurz nach der Solo-Einlage macht sein Kreislauf schlapp. Er entschuldigt sich beim Publikum dafür, dass er hinter die Bühne muss, da es ihm gar nicht gut ginge. Das Konzert wird für ein paar Minuten unterbrochen und die Frauen spielen das Konzert zu zweit weiter. Eine Herausforderung, die sie gut meistern. Später erfährt man, dass Helgi Jonnson zum Durchchecken in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Für die Musikerinnen ist das eine Situation, die sie so noch nie erlebt haben und die wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aber Tina Dico scheint das gelassen zu sehen und das Beste aus dieser daraus zu machen, nicht zuletzt, um ihre Fans nicht zu enttäuschen.

Es folgen gefühlvolle Akustiksongs wie „Sacre Coeur“, aber auch schmissige Songs mit Folk- Einflüssen, wie „Spark“, bei dem das Publikum wieder aus zuvor geschaffenen Traumwelten erwacht, kommen nicht zu kurz. Der typische Stampfbeat lässt sich in vielen Songs wiederfinden, was aber augenscheinlich gut ankommt. Auch bei „Count To Ten“, das die meisten hier schon an den ersten Tönen erkennen, ist ein wenig „Chaos“ angesagt, was nur diejenigen merken, die den Song gut kennen. Marianne an den Percussions sollte eigentlich von Eins bis Zehn laut zählen, was sie leider erst bei Sieben merkt, als Tina ihr einen kritischen Blick entgegenwirft.

Aber auch dieses –nennen wir es kleines Missverständnis- nehmen die Musikerinnen wie auch das Publikum mit Humor. Während eines anderen Songs wirkt es, als würde Tina irgendetwas auf der Bühne suchen – Wieder „Chaos“? Dieses „Chaos“ zieht sich irgendwie charmant durch dieses Konzert, das wohl bei den meisten hier im Pavillon in den Köpfen bleiben wird: „Something You Can Keep“, gerät dabei nicht nur zu einer Song-Botschaft.

Nach insgesamt zweieinhalb Stunden Konzert und einigen Zugaben, geht es für die Akteure auf der Bühne und das beeindruckte Publikum entspannt zurück in die sich immer wieder verändernde, reale Welt.

INFO-BOX

Links
externer Link www.tinadico.com
externer Link www.pavillon-hannover.de

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