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Die Alternative Pop-Rockband Kyles Tolone aus Göttingen konnte das Local Heroes-Landesfinale für sich entscheiden.

Die Musik spricht für sich

Kyles Tolone gewinnen Local Heroes-Landesfinale

12. Oktober 2015, Von: Tobias Lehmann, Foto(s): Tobias Lehmann

Die Alternative Pop-Rockband Kyles Tolone aus Göttingen hat das Landesfinale des Local Heroes-Bandcontests gewonnen. Die Band setzte sich am Sonnabend gegen sieben weitere Gruppen im MusikZentrum in Hannover durch. Das Niveau der gesamten Veranstaltung war wieder einmal sehr hoch und zeigte eine große musikalische Bandbreite. Auch die zahlreichen Besucher tanzten und feierten ausgelassen.

Am Ende des Auftritts hält es den Schlagzeuger nicht mehr auf seinem Sitz. Michel drischt im Stehen auf sein Instrument und reißt auch das Publikum mit seiner Begeisterung mit. Er gehört zur Modern-Rock'n-Roll-Band um den Sänger Ole Hauk aus Hannover. Die Spielfreude aller vier Musiker drückt sich in der Dynamik des gesamten Auftritts aus. Alle vier sind die ganze Zeit in Bewegung und nutzen die gesamte Größe der Bühne. Dass die Band es am Ende nicht auf das Sieger-Treppchen schafft, zeigt nur einmal mehr, wie gut alle Bands auf dieser Veranstaltung sind. Mit insgesamt 32 teilnehmenden Bands aus 30 Landkreisen ist der niedersächsische Local Heroes-Bandcontest dieses Jahr der Größte in Deutschland. Die besten acht Bands wetteifern jetzt um den Einzug in das Bundesfinale.

Ungezügelte Leidenschaft

Es gibt zwei Kategorien für die sich die Bands qualifizieren können: Den klassischen Sieg bei der Veranstaltung und die Teilnahme an der Bandfactory, eine spezielle Förderung. So gewinnen in der Regel am Ende die musikalisch besten Bands und die Förderung gibt es für diejenigen, die vielleicht noch etwas Feinschliff benötigen, in denen aber eben auch die Leidenschaft noch vollkommen ungezügelt brodelt.
Fotostrecke (5 Bilder) -Foto(s): Tobias Lehmann
So hinterlässt zum Beispiel die Progressive-Rockband Long Road To Ruin aus Oldenburg und Delmenhorst einige vor Staunen offene Münder im Publikum. Optisch zwar eher etwas altbacken reißen die fünf Musiker musikalisch allerdings einiges. Die Songs sind fein arrangiert, es gibt laute und leise Parts und knisternde Spannung. Das langsame Intro ist zum Beispiel ungewöhnlich lang, doch dann entwickelt sich der Song zu einem druckvollen Rockmonster. Sänger Dennis überzeugt mit seiner sehr wandlungsfähigen Stimme. „Losing Will Never Be An Option“ steht auf einem großen Plakat, das die Fans der Band mitgebracht haben. Wenn sie hier auch nicht gewinnt, steht der Band dennoch eine vermutlich große Zukunft bevor.

Neben Long Road To Ruin wird auch die Peiner Band Bloc Safari von der Jury für die Bandfactory ausgewählt. Die Musiker feiern mit ihrer Mischung aus Reggae, Ska und Funk eine Party mit vielen Seifenblasen, die durch das MusikZentrum schweben. Sänger Justin singt fröhliche Songs und wird dabei unter anderem auch von Bläsern begleitet. Die Gäste tanzen entrückt und verzückt. Die Band About Béliveau darf sich schließlich besonders freuen: Sie wird für die Bandfactory ausgewählt und schafft es zudem am Ende auf den dritten Platz in der Gesamtwertung. Die Noise-Rockband besteht lediglich aus zwei Musikern, die allerdings einen Druck aufbauen, der sprachlos zurück lässt.

Verdienter Sieg für Kyles Tolone

Den ersten Platz gibt es am Ende verdient für die Göttinger Band Kyles Tolone. Hier stimmt alles: Die Musik ist leidenschaftlich,künstlerisch und perfekt. Kyles Tolone treten als letzte Band des Abends auf und laden das Publikum noch ein letztes Mal mit ihrem Alternative-Rock zum Tanzen ohne den Gedanken an morgen ein. Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard verschmelzen miteinander und schaffen Songs, in denen man sich verlieren kann.

Den zweiten Platz erreicht die Band Crystal aus Braunschweig mit einer sehr originellen Mischung aus Ska und Funk. Die Songs sind sehr abwechslungsreich und lassen aufgrund der vielfältigen Ideen immer wieder staunen. Sie sind gleichzeitig zum einfachen Zuhören geeignet wie auch zum Tanz. Und auch wenn die Bands Bulletride und Another Girl Called Josephine ebenso wie die Musiker um Ole Hauk am Ende leer ausgehen, heißt das nicht, dass es schlechte Auftritte waren. Beide Bands legten solide Auftritte mit tanzbarem Rock hin. Totale Ausfälle, die bei Newcomercontests durchaus auch mal drin sind, gibt es bei dieser Veranstaltung nicht.

Da alle Bands für ihre Auftritte nur 20 Minuten Zeit haben, wird auf Moderationen zwischen den Songs weitesgehend verzichtet. In der Regel beschränken sich die Sänger auf eine kurze Begrüßung und schließlich Verabschiedung. So soll es sein: Die Musik spricht für sich.

INFO-BOX

Links
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externer Link www.musikzentrum-hannover.de

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